Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 9 (September 1914)
- Article
- Der antisemitische "Volkserzieher" von Wilhelm Schwaner
- Date
- 1914-09-01
- Page
- 362 (sequence 2)
- Language
- German
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362 Im deutschen Reich. 400°/a auf die Lebensmittel zu schlagen? Deutsche Männer, Wilm? Und da sind nicht die Juden, schuld dran. Es gibt Lumpen überall. Ich bin gründlich, aber sehr gründlich vom Antisemitismus geheilt, und wenn wir aus dem Kriege siegreich hervorgehen, so weiß ich, daß auch der Jude sein Teil dazu getan hat. ' Daß er uns nicht über den Kops wächst, dafür mögen wir selber sorgen, nicht, indem wir ihn bekämpfen, sondern indem wir arbeiten und nüchtern sind wie er. Und unverzagt arbeiten, das können wir auch noch von Juden lernen. Sei nicht böse, Wilm, es paßt wohl nicht in die Zeit! Doch, es paßt hineindenn es ist ein Rassenkrieg, den wir führen. Aber einer gegen ein kulturloses indogermanisches Volk. Heil unfern deutschen Waffen! Dein G. G. (Rektor.)" "* — Unverbesserlich. In diesem Monat erschien ein neues Antisemitenblatt rohester Art, von Wilhelm Theodor Mumm herausgegeben und verlegt. Es wurde am 6. August in Hamburg gratis verteilt. Gibt es in unseren Tagen wirklich noch deutsche Männer und Frauen, die sich von diesem Herrn sagen lassen, was deutsche Art ist? W — Rotes-Kreuz-Formular für Aerzte. In dieser Zeit, in der alle trennenden Momente geschwunden sind, hat das Formular mit der Frage nach der Religion der sich zur Verfügung stellenden Aerzte Mißstimmung erregt. Daraufhin .hat die Leitung des Roten Kreuzes die nach altem Muster hergestellten Formulare sofort in dankenswerter Weise außer Umlauf gesetzt und neue eingeführt, in denen, jene ^Frage nicht mehr? gestellt ist. 8- — Kollekte der Judenmissron. Dem „Berliner Tageblatt" ging nachstehende Zuschrift zu: „In Berliner Zeitungen vom Sonnabend, den 15. d. M. — erfreulicherweise nicht im „Berliner Tageblatt — las man an der Spitze des von ihnen veröffentlichten Kirchenzettels für Berlin und Vororte folgende Ankündigung: „Am Sonntag wird in den Kirchen eine Kollekte für die Zwecke der Iudenmission eingesammelt werden."