Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 9 (September 1914)
- Article
- An die deutschen Juden!
- Date
- 1914-09-01
- Page
- 339 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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An die deutschen Juden! 339 An die deutschen Juden! In schicksalsernster Stunde ruft das Vaterland seine Söhne unter die Fahnen. Daß jeder deutsche Jude zu den Opfern an Gut und Blut bereit ift, die die Pflicht erheischt, ist selbstverständlich. Glaubensgenossen! Wir rufen Euch auf, über das Maß der Pflicht hinaus Eure Kräfte dem Vaterlande zu widmen! Eilet freiwillig zu den Fahnen! Ihr alle — Männer und Frauen — stellet Euch durch persönliche Hilfeleistung jeder Art und durch tzergabe von Geld und Gut in den Dienst des Vaterlandes! Berlin, den 1. August 1914. Verband der Deutschen Juden. .Centralverein deutscher .Staatsbürger jüdischen Glaubens. $ An die Ortsgruppen und Mitglieder des Eentral- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens! In den Zeiten des Krieges werden wir nicht so häufig wie sonst zu unseren Lesern sprechen. Wir werden deshalb unsere Zeitschrift nur in unregelmäßigen Abständen erscheinen lassen, sie aber stets dann herausgebenwenn wichtige Mitteilungen an unsere Mitglieder und Freunde zu machen sind. Auch während der Kriegszeit ist die Arbeit für den Centralverein für jeden, der nicht dem Vaterland mit der Waffe dienen kann, groß. Zunächst bitten wir dringend, unserm Bureau, Berlin SW 68, Lindeustr. 13, I, alles auf die Beteiligung der Juden am Kriege Bezügliche m i t z u t e i l e n, da der Umfang der Beteiligung der deutschen Juden an dem Feldzüge für spätere Zeiten festgestellt werden muß. Dazu gehören nicht etwa nur die Angaben von Namen und Schicksalen der Kriegsteilnehmer, sondern vor allen Dingen auch die kleinen Vorfälle, welche die Stimmung kennzeichnen und charakterisieren. Die Erlebnisse von Angehörigen, die in die Heimat berichtet werden, haben nicht nur für ihre nächsten Freunde, sondern auch für unfern großen Leserkreis das höchste Interesse. Wenn wir derartige Zuschriften oder Abschriften erhalten mit der Erlaubnis, Unwesentliches auszuscheiden, das übrige, soweit zulässig, zu verwerten, so wird sicherlich eine Sammlung von höchstem Interesse geschaffen werden. Die uns zugehenden Personalnachrichten werden sorgfältig gesammelt und später gegebenenfalls gemeinschaftlich mit dem Verbände der deutschen Juden bearbeitet werden.