Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1914)
- Article
- Lindenau und Ludwig
- Date
- 1914-07-01
- Page
- 330 (sequence 2)
- Language
- German
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330 Im deutschen Reich'. Hund Juda und seiner mächtigen Organisation gewesen. Liebknecht enthüllt nicht um zu heilen, sondern lediglich aus Skandal- und Reklamebedürsnis. In den Reihen seiner Rassegenossen ist die Ordens- und Titelsucht eine mehr als häufig zu findende Krankheit/ Aus Rücksichten auf seine Stammesbrüder (nicht wenigen das ganze Geschäft zu v e r m a s s e f n), dürfte er im Falle Ludwig alle Ramen ausgemerzt haben. Wenn wir recht unterrichtet sindhandelt es sich bei dem titelsüchtigen Zahnarzt um einen Rasse genossen des Herrn Liebknecht." Die „olle ehrliche" '„Thür. Landeszeitung" weiß sehr genau, daß Liebknecht „Rassengenosse" ihrer Redakteure und kein Jude ist. Was aber die Antisemitenpresse 'in der Kunst der Verdrehung leistet, haben wir schon oft und e^st wieder im vorigen Heft an dem Beispiel der „Deutschen Tageszeitung" gezeigt, deren gelehrige Schülerin das Thüringer Blatt ist, das sich erkühnt, die Devise zu führen: „Für deutsche Arbeit!" —. Wahrlich, eine „schöne" Arbeit! — „Rachbarineuer Fläschchen!" — „raunst und Religion im Aamxf um die Weltanschauung." Anker diesem Titel veröffentlichte I. P'ö l kow in Rr. 17 des „Schulblattes der Provinz Sachsen" eine Abhandlung, in der er behaupete, daß, der Gott, der den Erzvätern ein Hausgott und dem Volke Israel ein Rationalgott gewesen, für die Christen ein Weltengott geworden sei, nicht mehr die Züge des „rachsüchtigen", „nationalstolzen" Juden getragen habe, da der Christengott zum liebenden und verzeihenden Vater wurde. In einer an das „Schulblait" gesandten und darin veröffentlichten Zuschrift hat Herr Dr.. S panier, Magdeburg, diese vorurteilsvollen Behauptungen widerlegt und dabei u. a. gesagt: „Auch vorurteilsfreie christliche Männer haben sattsam betont, daß kein Volk in der Welt eine solche auf hochragende Sittlichkeit sich gründende Gesetzgebung aufzuweisen hat wie das jüdische, eine Sittlichkeit, die sich nicht bloß auf die Stammesgenossen, sondern auf alle Menschen erstreckt. „Haben wir nicht alle einen Vater, hat uns nicht alle einGott erschaffend" ruft der Prophet Maleachi." Von den Vorschriften, sich nicht zu rächen, nicht nachzutragen, und anderen ähnlichen (Lev. 19,18, Deuter. 23,8) sagte der Professor der Theologie, Cornill, man könne sie nur mit tiefer Herzensbewegung lesen. Daß dieser Gott ein Rachegott, daß alle Juden von Rachegefühlen beseelt waren, entbehre jeder Begründung. Die Schriftteitung des „Schulblattes" knüpfte an die sehr ausführliche Entgegnung des Herrn Dr. Spanier die Bemerkung: „Anseres Erachtens ist es dem Verfasser des Artikels in Rr. 17/18 nicht darauf angekommen, Anfrieden zu stiften, die eigene Religion zu glorifizieren und die andere herabzuwürdigen,- es handelt sich an der betreffenden Stelle nur um eine kurze Feststellung der historischen Entwicklung des Gottesbegriffes im Judentum und Christentum vor 3 0 00 bis 20 00 Jahren. Ob der Verfasser mit seiner kurzen Präzisierung diese Frage zutreffend oder erschöpfend dargestellt hat, darüber werden ja die Ansichten verschieden sein?" — Leider! * Briefkasten. ©. G. Berlin. Den jüdischen Besuchern der „Großen Berliner K n n st a u s st e l l u n g" wird es sicher von Interesse sein, daß sich im Saal A, gleich rechter Hand, ein Bild befinde^