Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1914)
- Article
- Der Landesverband Ostpreußen
- Date
- 1914-07-01
- Page
- 325 (sequence 2)
- Language
- German
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V er einsnachrichten. 325 eine systematische Propaganda in die Wege geleitet, um den Mitgliederbestand zu vergrößern und die bisherigen Mitglieder zur Erhöhung ihrer Beiträge anzuregen. Ls ist mit Königsberg begonnen. Es sind bis jetzt etwa fünfzig neue Mitglieder gewonnen. Die endgültigen Resultate stehen noch aus; es ist zu erwarten, daß die Arbeit Erfolg haben wird. Zum Herbst salb die durch den Sommer behinderte Werbe- und Aufklärungstatigkeit in verstärktem Maße ausgenommen werden. — Unter dem 'Vorsitz des Herrn Rechtsanwalt Dr. Wolf Hat in Stuttgart am 2.Mai d. F. eine gut besuchte Mitgliederversammlung der dortigen Ortsgruppe stattgefunden, in welcher der Vorsitzende über die in den letzten Jahren entfaltete Tätigkeit Bericht erstattete. Der gesamte Ausschuß bestehend aus den Herren Rechtsanwalt Dr. Wolf, Vorsitzender, W. Lichter, Kassierer, S. Gutmann, Schriftführer, sowie den Beisitzern Dr. Einstein, Dr. Feldmann, Gustav Gottschalk, Rudolf Grünwald, Max Hausmeister, Bankdirektor Helbing, Louis-Hirsch, Frau Dr. Hommel, Kommerzienrat Kahn, Rechtsanwalt Dr. Kallmann, Maximilian Levh, Rechtsanwalt Mainzer II, Albert Moos, David Schwabacher, Frau Spiegelthal, Landgerichtsrat Stern und Kommerzienrat Adolf Wolf, wurde für die Dauer von drei Jahren einstimmig wiedergewählt. Rach einem interessanten Referat des Herrn Rechtsanwalt Mainzer II über das von der Stuttgart-Cannstatter Ortsgruppe begründete Schiedsgericht hielt der Syndikus des Centralvereins, Herr Dr. Holländer, Berlin, einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über: „Die praktische Arbeit des Centralvereins auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete." Die fesselnden Ausführungen des Redners hinterließen einen tiefen Eindruck und erbrachten eine erhebliche Anzahl Reuanmeldungen und Beitragserhöhungen. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Dr. Feldmann, Rechtsanwalt Hermann, Referendar Richheimer und Rechtsanwalt Dr. Zürndorfer. & Vereinsnachrichten. — Die Branönrarkung der Juöentcrufen als „Seuche" wird von der antisemitischen Presse mit bewußter Verdrehung der Absicht und des Sinnes jener Bezeichnung in eine Beschimpfung christlicher Religionsbräuche zu entstellen 'versucht. So erklärt z. B. der „Reichsbote": „Auch wir halten es für verächtlich, wenn Menschen um äußeren Vorteils willen die Taufe begehren. Wenn aber solche Fälle dazu führen, die Taufe selbst anzugreifen, ein christliches Sakrament mit dem beschimpfenden Wort „Seuche" zu versehen, so rufen wir: „Hände weg von christlichem Heiligtum!"" Heißt es einen Wertgegenstand beschimpfen, wenn man den einen Dieb nennt, der ihn stiehlt? And wenn ein .Jude die schmähliche Sucht Fahnenflüchtiger, durch den Aebertritt aus lediglich äußerlichen, der inneren Aeberzeugung fremden Rücksichten sich die Vorteile zu verschaffen, mit denen der Staat — wenig moralisch — Iudentauflingen lohnt, als eine um sich fressende Seuche bezeichnet, — wo in aller Welt kann man darin eine Beleidigung der Taufe selber finden?