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Im deutschen Reich · 1914-06-01 · Heft 6 (Juni 1914) · p. 282

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 6 (Juni 1914)
Article
Das Ostseebad Zinnowitz
Date
1914-06-01
Page
282 (sequence 1)
Language
German
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282 Im deutschen Reich. — Das Gftfeebaö Zinnowitz haben wir auf Grund neuerer Mitteilungen, die eine Besserung der Verhältnisse annehmen lassen, in der Liste der antisemitischen Erholungsorte gestrichen, mit Rücksicht darauf, daß die Klagen, die seinerzeit zur Eintragung den Anlaß gegeben haben, weit zurü^ckliegen. Briefkasten. A. S., Hannover. Auf Ihre Anfrage erwidern wir, daß der Verein junger .Kauft ent e in Leer, Ostfriesland, Juden als Mitglieder nicht aufnimmt. £. A., Berlin. Daß die „Staatsbürger-Zeitung" die Notiz über ein an einem 17 Jahre alten Mädchen in der Grenadier-' straße verübtes Verbrechen am 14. Mai unter der Aeberschrift „Der jüdische Wüstling" veröffentlicht hat, beweist keineswegs, daß der angebliche Wäschereisende, der 25 bis 26 Fahre alt sein, jüdisch aussehen, schwarzes Haar und schwarze Augen haben soll, Jude ist. Das sogenannte „jüdische Aussehen" findet sich bei vielen Antisemiten, von denen die wenigsten einen Typus ausweisen, der als „arisch" anzusehen wäre; außerdem soll es auch Wäschereisende geben, die weder Juden sind, noch von Juden abstarümen. Daß die Familie, zu der das Opfer gehört, aus Galizien stammt und einen Ausweisungsbefehl erhalten hat, läßt eher annehmen, daß die arme Familie jüdisch ist. Für die Staatsbürger - Ztg. ist aber Jude, wer hassenswert ist; das gehört zu ihrem Geschäft! Vermischtes. Der erste bei Dera Cruz Gefallene. Der „American Hebrew" vom 8. Mai berichtet: „Samuel Meisenberg aus Chicago, der unter dem Namen Samuel Marten in der Floläe der Vereinigten Staaten seit einem Jahre diente,, war einer der ersten Toten bei dem Gefecht in Vera Cruz. Hunderttausend Bürger, Seeleute und Soldaten bildeten das Gefolge bei der Beerdigung. Gouverneur Dumm und Generaladjutant Dickson leiteten die Militäreskorte nach, der Stadithalle, wo die flaggenbedeckte Bahre Won Tausenden gesehen werden konnte. Die „Chicago Tribüne" huldigt dem toten Jüngling in einem Leitartikel. „Chicago ist stolz auf den jungen Juden Samuel Meisenberg) der bei Vera Cruz der erste war, dev sein Leben für die amerikanische Flagge hingab. Er kam als Einwanderer hierher, eignete sich aber in einer kürzen Spanne Zeit nicht ^nur Sprache und Wesen eines Amerikaners an,' sondern auch die höchsten^amerikanischen Ideale, was alle bezeugen, die ihn kannten. Es ist eine Ehre für unsere Stadt, und besonders für das Ghetto, aus dem er hervorgegangen ist." &

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