Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1914)
- Article
- Der in Göppingen (Württbg.) etablierte Photograph
- Date
- 1914-06-01
- Page
- 277 (sequence 2)
- Language
- German
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Wirtschaftliche Angelegenheiten. 277 Gehilfe gesucht hatte. Herr M. G., ein geborener Württemberger, ist Jude, lernte drei Jahre bei einem angesehenen Photographen in Mergentheim und legte die Gesellenprüfung bei der Handwerkskammer in Heilbronn mit gutem Erfolge ab. Herr Zeller forderte ihn am 28. März auf, Bild nebst Gehaltsansprüchen einzusenden. Die Stelle sei gut und dauernd, das Leben in Göppingen billig. Am 1. April schreibt Herr Zeller an G„ daß, er ihn gerne im Geschäfte haben würde, da seine Person ihm gefalle; doch müsse er schnellstens jemanden haben usw. Am 2. April, nach einer telephonischen Unterredung, schreibt Herr Zeller an G. wörtlich: „Möchte dann auch fragen, welcher Konfession daß Sie sind, sollten Sie natürlich Israelit sein und im Warenhaus arbeiten, so ist es ausgeschlossendaß Sie bei mir in Stellung kommen." Es wird zweckmäßig sein, diese Gesinnung des Herrn Zeller, der auch viele Juden zu seinen Kunden zählt, sich zu merken. — Als „LhrisLlich-öeurschs Firma" empfiehlt Herr Lothar Hesse, Berlin, Kommandantenstraße 45, in Inseraten Herrenwäsche, weiße und farbige Oberhemden usw. und bezeichnet sich dabei als „Mitglied des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen- ,Verbandes". — Ein Inserat des Inhabers des Fahrzeuggeschästs F. G. Dittmann, Berlin 0, Markusstr. 52, das zu Bewerbungen um eine Vuchhalterstelle mit dem Zusatz aufforderte: „Bevorzugt werden verheiratete christliche Bewerbers veranlaßte uns zu der Anfrage, ob dies den Schluß Zulasse, daß in den Betrieb dieses Geschäfts jüdische Angestellte prinzipiell nicht ausgenommen würden. Für die jüdischen Kunden dieser Wagensäbrik dürfte es von Interesse sein, zu erfahren, daß uns darauf"das durch seine Offenherzigkeit anerkennenswerte Schreiben zuging: „In Beantwortung Ihrer Zuschrift vom 29. d. Mts. teile ich Ihnen mit, daß von mir Herren jüdischen Glaubens grundsätzlich nicht angestellt werden. Hochachtungsvoll gez. F. G. Dittmann." — Dem ' wir mit geteilt, Anstoß genommen haben, in derü er am, 18. April d. Is. einen Lehrling ch r i st l i ch e r Konfession verlangte. Herr Robert Zielka teilte uns darauf mit, daß das fragliche Inserat ohne sein Wissen von seinem ersten Buchhalter veröffentlicht und dieser schon entlassen wäre. » , Inhaber des „(Safe EguiLable in Berlin hatten daß Mitglieder unseres Vereins - an einem Inserat — In einer kleinen Stadt der Provinz Posen, in der die dortige S y n a g o g e n g e m e i n d e über 100 Seelen zählt, wird von dieser die Niederlassung eines jüdischen Arztes gewünscht, der eine gute Praxis finden würde. — In einer aufblüh enden Marktgemeinde inAnterfranken ist die Stelle eines praktischen Arztes zu besetzen, dem für die Niederlassung sehr günstige Bedingungen zugesichert werden.^ — Zurzeit ist in einer am Rhein im Regrerungs- Lezirk Düsseldorf gelegenen Stadt, in der bisher drei AerzLe tätig waren, nur noch ein einziger Arzt vorhanden. Ein Arzt ist kürzlich am Herzschlag plötzlich verschieden, der andere wurde durch Krankheit veranlaßt, ein Sanatorium aufzusuchen, muß die Praxis aufgeben und wird durch einen demnächst zuziehenden Arzt ersetzt werden. Die noch freibleibende dritte Arztstelle würde einem tüchtigen Bewerber ein gutes Auskommen sichern.