Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1914)
- Article
- Lieder zum Eisbeinessen
- Date
- 1914-06-01
- Page
- 276 (sequence 2)
- Language
- German
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276 Fm deutschen Reich. lautet: „Wir haben heut nach altem BrcruH ein SchweinHen ab geschlachtet; der ist ein jüdisch ekler Gauch, wer solch ein Fleisch verachtet." Wir haben die Firma darauf aufmerksam gemacht, daß diese Zeilen auf viele unserer Mitglieder verletzend gewirkt haben, und darauf nachstehende Antwort erhalten: „Wir bedauern außerordentlich, daß zahlreiche Mitglieder Ihres Vereins Anstoß an den Text eines unserer Eisbeinlieder genommen haben. Es war durchaus nicht unsere Absicht, damit die Herren jüdischen Glaubens zu verletzen. Im übrigen ist fragliches Lied ein Schlachtfestlied von Ahland und nur von uns für unsere Eisbeinlieder verwendet worden. Da fragliche Auflage bis auf einige Exemplare vergriffen ist und wir zum Herbst eine neue LiÄersammlung herausgeben, wollen wir die geäußerten Wünsche hierbei gern berücksichtigen, da uns doch nur daran liegen farmt, alles zu vermeiden, was nach irgendeiner Richtung hin bei festlichen Veranstaltungen verletzend wirken kann. Ho ch ach tungsv oll gez. Pohl & Weber Nachf. Inh. Otto Oeser. — Jüdische Selöstverspottung. Ein Katalog mit Abbildungen preiswerter Kostüme, welche mit den Namen „Bekowwd". „Dafke" und „Mezie" gekennzeichnet waren, machte kürzlich auf jüdische Empfänger einen um so peinlicheren Eindruck, als sich herausstellte, daß ein jüdisches Konfektionsgeschäft die Absenderin war. Wir haben den Inhaber der Firma schriftlich und mündlich ersucht, diese Bezeichnungen künftig zu unterlassen, und von ihm die Zusicherung erhalten, daß den. nächsten an seine Kunden zu versendenden Musterblattern keine ähnlichen Namen beigefügt werden. Wir erwähnen dies, weil nicht selten von Juden in der Neigung zum Witzeln und zu einer gewissen Selbstverspottung in öffentlichen oder nichtöffentlichen Aeußerungen ohne schlimme Absicht zu weit gegangen wird und auch in dieser Richtung eine gewisse Selbstzucht erforderlich ist. Wirtschaftliche Angelegenheiten. — Euphemistischer Antisemitismus. In dem Organ des Alldeutschen Verbandes „Alldeutsche Blätter" waren am 9, Mai nachstehende charakteristische Anzeigen enthalten: Mitbegründer deutsch-völkischen (judenreinen) A e r z t e b u n d e s gesucht. Sachlich. Kein Radauautisemitismus. K. Segens, z. dtsch. AerzLeb. oder L. V. Verschwiegenheit. Nachrichten a. Geschästsst, d. Zt. u. „Deutsch". NückantworL innerhalb 14 Lag. Stecklenberg, Ostharz. am Fuße zweier Burgruinen, 1 Stunde von Dr. Wächters Burgtheater, einfache, ruhige Sommerfrische ohne Gäste fremden Stammes, Herrlicher Vergwald. Näheres Otto Große. „Kein Nadauantisemitismus!" „Ohne Gäste fremden Stammes" ----- der nackte Antisemitismus mit dem Feigenblatt! — Der in Göppingen (württbg.) etablierte Herr Max Zeller, trat mit dem in SLraßburg domizilierenden M. G. in Verbindung, der durch die Zeitung eine Stelle jal$