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Im deutschen Reich · 1914-06-01 · Heft 6 (Juni 1914) · p. 269

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 6 (Juni 1914)
Article
An die jüdischen Mitglieder des Wandervogels
Date
1914-06-01
Page
269 (sequence 2)
Language
German
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D ereinsnachricht em 269 Glaubens, sondern and) vieler christlliHer Wandervögel rechnen dürfen. Die jüdischen Wandervögel, die ineine Ansichten teilen, bitte ich, mir unverzüglich zu schreiben, zwecks baldiger Bestimmung einer Konferenz/' — Frau Direktor Franke-Mnöeu hat uns auch in diesem Jahre am 23. Mai für den.' von ihr gestifteten „Albert Hirfchland-Fonds für Rechtsschutz-Zwecke"' einen erheblichen Beitrag zugewendet und uns damit in dankenswertester Weise die Lasten erleichtert, die der beständige Kampf gegen die erbitterten Feinde des Judentums uns auferlegt. Sxenöen. Die Herren Iustizräte Dr. Hugo Mendel und Adolf Landau übermittelten uns 50 Mark, gemäß einem Vergleich in einer Privatklagesache. — Herr Rechtsanwalt Dr. L. B a u m in Alzey sandte uns' 3 Vkark, .Herr Fr. H irs.Hlandin Stadthaaen IO Mark, die als Sühne gezahlt würden: Herr Rechtsanwalt (Kunz in Augsburg 23 Mark als Buße aus einer Be-- leidigungssache antisemitischen Charakters. — Aus Königshütte O.-S. gingen uns von Herrn Rechtsanwalt Dr. jnr. Schaefer 10 Mark mit dem Bemerken zu, daß dies ein Sühnegeld aus einer Privatklagesache sei, und aus Frankfurt a. M. von einem Angenannten eine freiwillige Spende von 10 Mark. — .Aachruf. Am 10. Mai d. I. verstarb der Geheime Sanitätsrat Dr. A b r a h a m W a l l e n b e r g aus Danzig, der Senior der dortigen AerzteschafL. Der Verblichene, der lange Zeit dem Vorstand der jüdischen Gemeinde und seit der Begründung der Danziger Ortsgruppe des Centralvereins dem Gruppenvorftand angehörte, hat sich für unfern Verein und alle jüdischen Angelegenheiten eifrigst betätigt. Besonders war dies in der Britzer Krankenhaussache der Fäll, da das von ihm gesammelte Material der Reichstagskommission 'Vortag, die den Beschluß faßte, die Behörden zu -ermahnen, bei Anstellung der Medizinalpraktikänten keine Rücksicht auf das Religionsbekenntnis zu nehmen. Ihm ist ein ehrendes Andenken gesichert! — Ausschlachtung des Veuthener Krszeffes. Das Dresdner A n t i s e m i L e n b l a L f „Deutsche Refor m", das kürzlich in einem Artikel „Der König von Myslowitz" aus dem Beuthener Prozeß für die antisemitischen Parteizwecke Kapital zu schlagen bemüht war, steht dabei leider nicht vereinzelt da. Immer wieder stellt es die antisemitische Presse so dar, als wenn das Judentum oder die Juden, den scheußlichen Mädchenhandel begünstigen, billigen oder wenigstens die Mitschuld einzelner Juden vertuschen wollen. Das ist pure Verleumdung, denn tatsächlich bestreben sich die Juden in erster Linie, dieses erbärmliche Geschäft auszurotten, wozu hier der dringendste Anlaß vorliegt, weil es zumeist arme jüdische Mädchen sind, die unter fälschen Vorspiegelungen in das Glend verkauft werden. In dem Komitee gegen den Mädchenhandel wirken Juden tatkräftig mit. Das ist hinlänglich bekannt und wiederholt von berufener Stelle anerkannt worden. Aber was ficht das ein Antisemitenblatt an, das Vorwürfe wie „Mädchenhandel und Ritualmord" als wohlfeile Ware bei seinem Partei-Drödelgeschäst braucht? — Jurückgewiesene Hetzerei. Der Vorstand der Orts¬ und La ndkr ank einka ss e in Ellrich a. H., Landwirt Paul Scharfe, hatte gegen den dortigen Kaufmann Rudolph ^Ba umgatten wegen angeblicher nxd)t rechtzeitiger Anmeldung eines Dienstmädchens zur Krankenkasse eine Anzeige erstattet, die mit den Worten schloß: „Ich bitte um

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