Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1914)
- Article
- Das antisemitische Drama "Landesverräter"
- Date
- 1914-05-01
- Page
- 235 (sequence 1)
- Language
- German
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Vermischtes, 235 Vermischtes. Da« antisemitische Drama „Landesverräter". Gegen diesen dramatischen Versuch des westpreußischen Schulrats Hermann Hoppe, die leider häufige Veräußerung deutschen ererbten Besitzes an die Polen zu geißeln, war von den polnischen Gutsbesitzern Strafantrag wegen verleumderischer Beleidigung gestellt worden. Dieser Antrag wurde von der Staatsanwaltschaft abgelehnt. Auch das von dem Amtsgericht Reumark erlassene Verbot des Verkaufs-- und Aufführungsrechtes ist, nachdem der Verfasser, die: in seinem Stück gebrauchten Ramen geändert hat, vorläufig ausgehoben. Daß die an sich nicht tadelnswerte Tendenz, die Auslieferung deutschen Grundbesitzes an die Polen zu brandmarken, durch eine kunst- und geschmacklose dramatische Zusammenstoppelung politischer Betrachtungen irgendwie zur Geltung gebracht werden kann, ist mehr als fraglich. Recht unangebracht ist die Eharakter- - Zeichnung des jüdischen Unterhändlers Isidor Feilchenfeld, dürch welche der Verfasser nur den Beweis geliefert hat, daß, er mit den Verhältnissen in den Ostmarken ungenügend vertraut und mit Vorurteilen behaftet ist und unbewußt die deutsche Tendenz schädigt, die er zu fördern beabsichtigt. Dem Herrn Schulrat Hoppe ist sehr zu empfehlen, in sein Stammbuch das Blatt der „Allgem. Zeitung des Judentums" zu legen, in dem ihm sein jüdischer Mitbürger, Herr C. Lands Hut, die Wahrheit gesagt hat: „Diese gehässige Art, die Juden zu kränken und in dem Schauspiel vorkommende ganz widernatürliche Mauschelei trägt nicht dazu bei, ein gutes Einvernehmen der Deutschen untereinander in der Ostmark zu fördern. Mir ist ein Charakter, wie der des im Schauspiel geschilderten. Händlers Feilchenfeld hier in Wefipreuß,eu (und ich kenne die Verhältnisse ziemlich genau) noch nicht vorgekommen," & Bücherschau. Thesaurus totius hebraitatis et veteris et recentioris. Von Eli e se r Ben Iehuda. Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung (Prof. G. Langenscheidt), Berlin-Schöneb erg. Dieses Wörterbuch der hebräischen Sprache, das alle Sprachschätze auf den Gebieten der Literatur (Religion, Gesetzeswissenschaft, Geschichte, Poesie usw.) umfaßt» erscheint, in 150 Lieferungen, von denen jede, ca. 50 Seiten enthaltend, 1,70 M. kostet. Jetzt liegen uns die neugelieferten Hefte 8/10, Vol. IV, und 1/3, Dol. V, vor, so daß sich erwarten läßt, daß dieses Werk, von dem bisher 2352 Seiten erschienen sind, noch im Läufe dieses Jahres fertiggestellt wird. Eine Reih^ hervorragender Gelehrter (die Professoren Dr. Berliner und Dr. Barth, Berlin, W. Baer und Dr. Goldzieher, Budapest, Dalman, Jerusalem u. a. m.) zollten bereits diesem „Sprachschatz" volle Anerkennung. Redaktionsschluß dieser Rümmer 23. April 1914: Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: A l p h o n s e L e v y, Berlin. Alleinige Inseratenannahnre: Bennigson & Ehrlich, Verlag für Handel und Industrie Berlin W 57. Druck: Paß & Garleb G. m. b. H. Berlin W 57.