Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1914)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1914-05-01
- Page
- 223 (sequence 2)
- Language
- German
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V er einsuachrichteu. 223 gung, in der ein erfreuliches Zeichen des Interesses an den Bestrebungen des Centralvereins zu erblicken sei und erteilte dem Referenten, Herrn Dr. Segall, das Wort zu seinem Vortrage: „Schächtoerbot, Sonntagsruhe, wirtschaftlicher Antisemitismus." Der Vortragende erntete reichen Beifall. Zahlreiche Beitrittserklärungen wurden in der Versammlung entgegengenommen. — Die am 29. März von der Ortsgruppe Kouitz-Tuchel- S ch l o ch a u und Flatow veranstaltete, von einer nach Hunderten zählenden Menge von Männern und Frauen besuchte Centralvereins-Versammlung wurde von Herrn Rechtsanwalt Fleischer eröffnet und geleitet, der in der Begrüßungsansprache seine Freude darüber ausdrückte, daß die Arbeit im vergangenen Jahre reiche Früchte getragen habe. In der Ansprache des Herrn Rabbiners Dr. Tirschtiegel nahm dieser Stellung zur Tauffrage und verwies darauf, daß der Lentralverein es gewesen, der dem Abfall öffentlich entgegengetreten sei. Als Vertreter des Landesverbandes Westpreußen überörachte Herr Kommunalkasienrendant S t e r n - D i r s ch a u der Versammlung die Grüße des Verbandest Den Höhepunkt der Versammlung bildete der zündende Vortrag des Syndikus Herrn Dr. Holländer über „D i e wirtschaftliche Rot der deutschen Juden". Darauf folgte eine lebhafte Diskussion, in der insbesondere eine baldige Schaffung eines wirtschaftlichen Verbandes in den Ostmarken als Rotwend igkeit dar gestellt, dann aber auch eine auf Fanatismus und Dummheit zurückzuführende Auffrischung des Ritualmordmärchens in der nächsten Umgebung von Könitz erwähnt wurde. Vor dem Schluß der Versammlung wurden noch die 'Vorstandswahlen für die nächsten drei Jahre vorgenommen. Zum ersten Vorsitzenden wurde Rechtsanwalt Fleischer, zu Stellvertretern Rabbiner Dr. Tirschtiegel-Konitz und Gutsbesitzer M. Kristeller-Ernstthal bei Tuchel, zum Schriftführer Littmann-Konitz, zum Kassenführer M. Aeumann-Konitz gewählt. Dem erweiterten Vorstände gehören Flater und Lowinski-Konitz, Freundlich-Schlochau, Beigeordneter Fabian-Tuchel, Stadtrat Fabian-Tuchel, Birnbaum- Wandsburg, Kahnemann-Flatow) Rechtsanwalt Kann-Zempelburg, Jakob Hermann und Benski-Pr. Friedland, Dr. Goldberger und Abr. Klein-Krojanke, Lehmann und Aeumann-Czersk, Stadtrat Reustein und Weile in Hammerstein an. Z- Vereinsnachrichten. Sin Brunnen zu Ehren Wolf Breiöenbachs. Unter den Männern, die sich um die Herbeiführung der Gleichberechtigung der Juden verdient gemacht haben, ist mit an erster Stelle Wolf Breidenbach zu nennen, der in selbstloser Tätigkeit die Abschaffung des Leibzolls in den meisten Staaten Mittel- und Westdeutschlands durchgesetzt hat. In welcher Weise dieser Leibzoll die Juden drückte, haben wir bereits in einem im Iuliheft 1911 von dem Lehrer L. tzorwitz in Kassel unter Benutzung der Akten des Staatsarchivs zu Darmstadt verfaßten Artikel „der Iudenleibzoll" dargetan.