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Im deutschen Reich · 1914-05-01 · Heft 5 (Mai 1914) · p. 217

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 5 (Mai 1914)
Article
[Ohne Titel]
Date
1914-05-01
Page
217 (sequence 2)
Language
German
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Persammlungsberichte. 217 fereilen die Ziele und Bestrebungen des Eentralvereins mit dem erfreulichen Erfolge, daß von den Anwesenden 20 sofort dem Vereine beitraten. — Am 4. März wurde in Speyer eine gutbesuchte Lentral- Vereins-Versammlung abgehalten, die Herr Lehrer Waldbott in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden, Herrn Dreyfnß, leitete. In dieser Versammlung sprach Herr Syndikus Dr. Holländer über ,.Antisemitismus in Nord und Süd, eine vergleichende Betrachtung". Die Ausführungen des Redners erweckten allgemeines Interesse und gaben zu einer sehr anregenden Debatte Veranlassung. Sodann erfolgte die Wahl des Gruppenvorstandes. — Am Tage darauf Fand in Frankenthal eine von Herrn Rechtsanwalt Dr. Schulz eröffnete und geleitete Versammlung statt. Ein Vortrag des Herrn Dr. Holländer über „Die wirtschaftlichen Sorgen der deutschen Juden" trug wesentlich zu dem Erfolge der Versammlung bei. — In einer auf den 8. März anberaumten Versammlung der Ortsgruppe Marburg hielt Herr Rechtsanwalt Dr. Alfred G e i g e r ans Frankfurt a. M. einen Vortrag über „Die Aufgaben des Tages", an den sich eine sehr sachlich und konziliant geführte Debatte anschloß, an der sich auch einzelne Zionisten beteiligten. Wie die Ausführungen im Vorträge, fanden auch die Aenßerungen des Referenten im Schlußwort lebhafte Zustimmung. — In einer am 8. März in Pinne veranstalteten Versammlung der Ortsgruppe Birnbaum-Pinne-Ren st a dt behandelte Herr Rechtsanwalt Dr. Warschauer-Posen in einem Vorträge über „Die w i r t s ch a f t l i ch e Lage der Juden in den Ost marken", dieses Problem in eingehender Weise. Der Rückgang der Geburten, die Abwanderung nach den großen Städten, die nach den angezogenen statistischen Zahlen einen erschreckenden Amfang angenommen hat, der hierdurch geminderte Einfluß der Juden in den KommunalverwalLungen der ostmärkischen Städte, die wirtschaftliche Rot der ostdeutschen Inden, u. a. m. fanden eine durchdachte und begründete Erörterung. Redner warnte vor übertriebenen Erwartungen, mit denen viele nach Berlin kämen, wo sie häufig Enttäuschung und Rot fänden. Die Aufgabe der iu Posen seitens des C.-V. geplanten Ansknnftsstelle werde es vorerst sein, zuverlässiges Material über die jüdischen Verhältnisse in sämtlichen Städten der Ostmarken zu sammeln und gegebenen Falles Riederlassungsmöglichkeiten zu ermitteln. Redner forderte die Zuhörer auf, milzuarbeiten an der schweren Aufgabe der Ansknnftsstelle, zu „arbeiten und nicht zu verzweifeln". Diese Ausführungen machten auf die Zuhörer einen tiefen Eindruck. — Am 9. März sprach Herr Prediger S. Gold mann aus Herford in einer in Rienburg veranstalteten Centralvereinsbersammluug über „Zeit- und Streitfragen über Juden und Judentum", und erzielte den Erfolg, daß fast alle Mitglieder der dortigen Shnagogengemeinde, so weit sie nicht bereits dem Eentralverein angehörten, diesem sofort beitraten. — Die. Ortsgruppe Krotoschin und Umgebung veranstaltete am 10. März d. Is. in Kobylin eine Eentraluereins-Ver-- sammlung, in der Herr Rabbiner G. Cohn einen Vortrag über „Abwehr und Einkehr" hielt, der von den Anwesenden mit großem Interesse entgegengenommen wurde. Am die Vorbereitung der Versammlung, durch die elf neue Mitglieder gewonnen wurden, hat sich Herr Lehrer Leppek in Kobylin verdient gemacht.

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