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Im deutschen Reich · 1914-04-01 · Heft 4 (April 1914) · p. 183

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 4 (April 1914)
Article
[Nachricht]
Date
1914-04-01
Page
183 (sequence 1)
Language
German
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Korrespondenzen. 183 — Zu dem von uns im Märzheft, S. 137, wiedergegebenen Inserat in der „Pharmazeutischen Zeitung": „Christlicher, unverheirateter Herr für Nezepturstelle zum 1. 'April 1914 gesucht uiw.", gibt uns der Besitzer der Barbarossa-Apotheke in Berlin W, Herr A. Kittel, die Versicherung, daß er dem Antisemitismus völlig fernstehe. Das Inserat ist nicht von Herrn Kittel selbst, »der jit jener Zeit an das Krankenbett gefesselt war, in der jüdische Bewerber ausschließenden Form, sondern durch seinen Vertreter aufgegeben, der die Schuld in einem längeren Entschuldigungsschreiben auf sich genommen hat. Herr Kittel versichert, datz ihm nichts ferner liege, als eine antisemitische Gesinnung. Wir geben von Vorstehendem gern auf Wunsch des Herrn Kittel unfern Lesern Kenntnis. * Korrespondenzen. * Berlin, 20. März. Der Vorsitzende des Vorstandes der jüdischen Gemeinde Berlin, Herr Julius Iacoby, dessen Verdienste um die größte jüdische Gemeinde Deutschlands in der Erinnerung der Juden Berlins haften werden, hat am 10. März seinen 90. Geburtstag gefeiert. Den allseitigen Glück- und Segenswünschen, die an diesem Tage von unzähligen deutschen Glaubensgenossen dem Jubilar gewidmet wurden, haben sich auch die Mitglieder des Centralvereins freudigen Sinnes angeschlossen, und der Vorstand unseres Vereins hat diesen Gefühlen in einem herzlichen Glückwunsch-- schreiben Ausdruck verliehen. — Raufmannsgerichtsrvahlen. Dank der rührigen Tätigkeit des von der Ortsgruppe Kreuznach eingesetzten Agitationsausjchusses haben bei den dort am 2. März vollzogenen Kaufmannsgerichtswahlen die Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen eine tüchtige Niederlage erfahren. Mit großer Stimmenmehrheit wurden die von den liberalen Handlungsgehilfen aufgestellten Kandidaten Wilhelm Schober und Jacob Noll gewählt und aus den Kreisen der Kaufleute die Herren Fritz Gräff und Emil Wolffl (letzterer ist Jude) ohne Gegenkandidaten wiedergewählt. Der Deutsch-nationale Handlungsgehilfen-Verband hat bei dieser Wahl keinen einzigen Beisitzer durchgebracht; es wurden lediglich Kandidaten der anderen Parteien gewählt. — Auch in Aachen hat der Deutsch-nationale Handlungsgehilfenverband bei den diesjährigen Kaufmannsgerichtswahlen eine Schlappe erlitten. Für seine Liste wurden 231 Stimmen abgegeben und nur zwei Beisitzer durchgebracht (im Vorjahre drei): auf die Liste des Verbandes Deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig wurden 231 Stimmen und drei Beisitzer (im Vorjahre nur zwei) erzielt, und für zwei andere Listen 182 Stimmen (zwei Beisitzer) und 129 Stimmen (ein Beisitzer). — Deuts ch-nationale Handlungsgehilfen als Laienrichter. Schon vor längerer Zeit erfuhren wir, daß der D. H. V. neuerdings emsig bemüht ist, seine getreuen Anhänger als Laienrichter bei Schöffen und Geschworenen unterzubringen. Die letzte Nummer der „Handelswacht" bringt nun einen Artikel über die „richterliche Tätigkeit der Handlungsgehilfen", in dem darauf hingewiesen wird, wie wichtig es sei, geeignete deutsch-nationale Hand-

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