Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Article
- Zu der Affäre Duisburg
- Date
- 1914-04-01
- Page
- 182 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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182 IM deutschen Reich. bürg Anzufriedenen den beanstandeten Satz in ihre Beschwerde aufnahmen, daß aber zum erstenmal — und darin liegt das Bedenkliche — in ebner zionistischen Versammlung im Herbst vorigen Jahres in Berlin die Parallele in die breiteste Öffentlichkeit hineiingeschrien worden ist. Dann kamen zur Zeit der höchsten Erregung die Artikel in der „Iüd. Rundschau" und im „Israelit", die ohne Rücksicht auf die Zeitlage, die von Antisemiten so weidlich ausgenutzte Parallele noch mehr verbreitet haben. — Fm übrigen verweisen wir auf unsere ausführlichen Darlegungen im Februarheft, S. 71—73, aus denen unsere Stellung zu den Vorgängen in Duisburg klar hervorgeht. — Pyrmont. In unserm Septemberheft 1913 berichteten wir über mehrere Pyrmonter Aerzte und Ver.sionsbesitzer, die sich bei der Reichstagswahl ganz besonders antisemitisch berätigt haben. Wie uns von gut informierter Seite mitgeteilt wird, ist der u. a. von uns genannte Dr. E n t e r s zu Anrecht in den Verdacht des Antisemitismus gekommen. Wir stellen die diesbezügliche Mitteilung, die uns von vertrauenswürdiger Seite geworden war, hierdurch richtig. — Ju 6cm Aufsatz „Das Baus Oppenheim in Köln..." im ^Mrzheft unserer Zeitschrift werden wir von Herrn R.-A. vr. Frank- Köln in dankenswerter Weise auf eine Erwähnung der Oppenhcimschen Druckschrift in Islers Rießer-Werk (1867) aufmerksam gemacht. Im 1. Bande (Gabriel Rießers Leben) S. 136 bemerkt Isler in einer Fußnote: „1841 reichten die in Köln wohnenden Bankiers Abraham und Simon Oppenheim eine ,Untertänigste Immediat-Eingabe, die Rechtsverhältnisse der in der Monarchie, insbesondere in den Rheinprovinzen, betreffend (als Manuskript gedruckt)." 45 S. 8o, dem Könige ein. Dieselbe rührt von Rießer her, ist aber von den Auftraggebern in wichtigen Punkten verändert und mit eigenen Ansichten durch w ebt." So weit Isler. Daraus ergibt sich also die interessante Tatsache, daß kein Geringerer als Gabriel Rießer von den Brüdern Oppenheim mit dem ersten Entwurf der von ihnen beabsichtigten Eingabe beauftragt worden war. Des weiteren wird am angeführten Orte aus dem Zusammenhang ersichtlich, daß die mit der Thronbesteigung Friedrich Wilhelms IV. neuerwachten Hoffnungen der preußischen Juden wirklich an erster Stelle von den Brüdern Oppenheim in Taten umgesetzt worden, sind. Beide Amstände fügen ihrer Denkschrift eine weitere charakteristische und wertvolle Rote hinzu. — Nachdem uns früher von Hereinsmitgliedern das Ostseebad Göhren als antisemitisch bezeichnet worden war, gingen uns im Sommer des Jahres 1912 wiederholt Zuschriften zu, in denen der antisemitische Charakter dieses Badeortes angezweifelt wurde. Da wir aber damals festgestellt haben, daß die Badeverwaltung zwar nicht die Bevölkerung, doch aber das Badepublikum für antisemitisch hielt, „daß Israeliten gegen Anannehmlichkeiten nicht gesichert seien", blieb Göhren bisher auf der Liste der Erholungsorte, deren Besuch für Juden nicht empfehlenswert ist. Am 21. Februar d. I. sowie am 7. März d. I. hat aber der - Badekommissar, Herr v. Press ent in, uns, unter Bezugnahme/ auf Israeliten, die Göhren besucht haben, und auch Wirte in.' Göhren, direkt versichert, daß der antisemitische „Charakter für die dortige Einwohnerschaft nicht zutrifft und seitens der Badeverwaltung alles ge s ch e h e.n wird, die ein treffenden Israeliten vor Kränkungen zu schützen." Daraufhin haben wir nun das Ostseebad Göhren von der Liste gestrichen.