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Im deutschen Reich · 1914-04-01 · Heft 4 (April 1914) · p. 179

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 4 (April 1914)
Article
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Date
1914-04-01
Page
179 (sequence 2)
Language
German
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Vereinsnachrichten. 179 Wenn rta^^ dem jüdischen Schrifttum die Gerechten aller Völker Anteil an der Seligkeit im Jenseits haben, ist es nicht minder wahr, daß Männern wie Wilhelm Benoit auch ein Anspruch auf ein dankbares Gedächtnis im Diesseits gesichert ist. -k- Aietzer-Archiu. Anläßlich seines 70. Geburtstages hat unser treubewährtes Vereinsmitglied, Herr Henry Hoffstädt in Berlin, dem Centralverein eine Anzahl wertvoller Andenken an Gabriel Rieß er, seinen nahen Verwandten, als Geschenk übermittelt und dabei bemerkt: „Ich habe, an der Grenze hohen Alters angelangt, die Reberzeugung gewonnen, daß keine würdigere Stelle als der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens durch fein zielbewußtes Streben und Wirken im Geiste Gabriel Meßers geschaffen sei zu dauerndem Besitze dieser Andenken. Dieselben geben vielleicht Veranlassung, e i n Archiv zu begründen. — Wie für das Geschenk und die dabei bekundete Gesinnung sind wir Herrn Hoffstädt auch für diese Anregung eines „Rießer-Archivs" zu herzlichem Danke verpflichtet und geben der Hoffnung Ausdruck, daß uns die Ausführung dieses Gedankens dadurch ermöglicht werden wird, daß uns weiterhin aus dem Besitze lebender oder verstorbener Zeitgenossen, Anverwandter und Freunde Gabriel Metzers (insbesondere in Hamburg, Berlin, Frankfurt a. M., Bockenheim, Altona u. a. O.) solche Andenken zur Vervollständigung eines dem dauernden Gedächtnis unseres Vorkämpfers für Deutschtum und I u d e n L u m gewidmeten Archivs zugehen werden. * — Wie verhalten wir uns bei Wahlen unb Stichwahlen konservativen Lianöiöaten gegenüber? Da häufig in dieser Beziehung Anfragen an uns ergehen und Zweifel entstehen, besonders wenn der Kandidat vor der Wahl erklärt, daß er für die Gleichberechtigung der Juden eintrete, so wollen wir wiederholen, was Herr IusLizrat Salinger-Oppeln in seinem Aufsatz „Gedanken zur Iudenfrage" (März 1913, Seite 119/120) schreibt: „Solange die konservative Partei es ablehnt, uns Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, so lange sie es billigt und fordert, daß unsere durch Verfassung, Gesetz und Logik uns gewährleisteten Menschen- und Bürgerrechte mittels allerhand geschickter und ungeschickter Verla rltungskünste geschmälert werden, solange sie es ist, welche die gesellschaftliche Äechtnng der Juden mehr oder weniger offen predigt und betätigt, so lange müssen wir diese Partei bekämpfen, mag es auch unter uns — was ja kein Geheimnis ist — Wiele geben, welche nichts weniger als liberale Parteifanatiker sind, welche sogar innerlich große Sympathie für konservative Grundsätze haben. Wir müssen sie bekämpfen, weil das unsere Selbstachtung, unsere Mannesehre fordert, und ebenso unsere Pflicht gegen das Vaterland, dessen wahre, dauernde Interessen auf das schwerste gefährdet werden, wenn das Fundament jeden Staatswesens, die Gerechtigkeit gegen alle, die Heiligkeit seiner Grundgesetze, durch eine Politik

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