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Im deutschen Reich · 1914-04-01 · Heft 4 (April 1914) · p. 157

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 4 (April 1914)
Article
Der Semigotha
Date
1914-04-01
Page
157 (sequence 13)
Language
German
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Der Semigotha. 157 tu Rom den Panto ffel küßte, war ich der erste, der des Papstes hebräische Abstammung behaupt e L e." Man wird zugeben, daß die RassennarreLer, die in der Form, wie sie heute austritt, nicht anders als eine Arankheit gewertet werden kann, hier bereits big. zum Paroxysmus .gesteigert ist. Die in diesem unzurechnungsfähigen Zustande getriebene Rassenschnüffelei zeitigt solche Werke wie den Semigotha, die die Lehre vom guten und bösen Prinzip der Alten, von Ormuzd und Ahriman, in die Lehre von der ario-germanischen und der semitischen Rasse verwandeln. Dem Semigotha steht jetzt bereits ein S e m i k ü rs ch n e r zur Seite, welcher Semikürschner, das, was der Semigotha für den Ade! geleistet hat, für die Kunst, Literatur und Wissenschaft leisten will, und es werden bereits Zusammenstellungen gemacht über eine vorgebliche Verjudung der Generalität und der höheren Offizierskreise, alles mit der Gewissenhaftigkeit und der Sachkenntnis, die wir am Semigotha kennen gelernt haben. Mit einem vorgeblichenTropfen jüdischen Blutes wird jede Schlechtigkeit bei dem, der sie begangen, erklärt, aber ein Mitbrüllen im Chorus' des Semigotha und Genossen ist imstande, Absolution zu verschaffen. All die Missetaten, die je von einem Regierenden begangen worden sind, erklärt der Semigotha (S. 972) damit, daß alle Fürstenhäuser in weiblicher Linie von den vorgeblich jüdischen Pierleoni stammen, weshalb eben Rasserückfälle in diesem nicht wundernehmen dürften. Der Semikürschner aber hat einem, in dessen Adern gleichfalls jüdisches Blut rollen soll, mit Rücksicht auf seine Betätigung versprochen, ihn in die nächste Ausgabe des Semikürschners nicht mehr aufzunehmen. (Berl. Tageblatt, Zeitgeist vom 23. Februar 1913). Für gutes Betragen kann also ario-germanische Abstammung auch verliehen werden. Wenn auch der Schaden, den diese ganze Literatur trotz ihrer Flachheit und teilweisen Anwahrhaftigkeit erreicht, nicht geleugnet werden kann, so zweifeln wir doch nicht, daß selbst die Mehrzahl derer, die ihre ario-germanische Abstammung betonen, von dieser Art von Literatur weit abrücken wird. Bon den europäischen Kulturstaaten wird keiner mehr in die Lage Spaniens kommen wollen, das in fanatischer Verblendung durch das Abstößen seiner maurischen und jüdischen Be-Vertreibung der völkerung seinen eigenen Ruin herbeigeführt hat. Den Fehler, ^au§lipfn%n.en den sie begangen, haben die Spanier viel schneller eingesehen, als wie dies gemeiniglich bekannt ist. Als Ibrahim Pascha, der mächtige und kluge Vezir Suleimans, der Anfang der dreißiger Jahre des 16. Jahrhunderts in Konstantinopel weilenden spanischen Gesandtschaft Karls V. die Frage vorlegte, warum der Wohlstand und die Kultur Spaniens sich auf rücklaufender Linie bewege, gab dieselbe zur Antwort^ daß daran die vor

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