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Im deutschen Reich · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · p. 135

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Article
[Ohne Titel]
Date
1914-03-01
Page
135 (sequence 2)
Language
German
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Korr es Pond enz en. 135 in diesen Aeußerungen, die durch Schimpfereien unterstützt wurden, eine gewollte Verächtlichmachung der jüdischen Religionsgesellschaften, und erkannte deshalb auf die erwähnte Strafe. — In seiner Revision vor dein Reichsgerich t suchte der Angeklagte sich selbst zu vertreten, wobei er bis auf Moses zurückgriff, und auch das politische Testament Friedrich Wilhelm I. erwähnte. Das Reichsgericht wollte sich jedoch auf Beweisanerbieten aus jüdischen Gesetzbüchern nicht einlassen, so daß der Präsident sich genötigt sah, dem Angeklagten für den Fall des Beharrens bei dieser Beweisführung, in die auch der Kiew er Ritualmordprozeß hineingezogen werden sollte, die (Entziehung des Wortes anzudrohen. Dann berief sich der Angeklagte noch darauf, daß er nicht beabsichtigt habe, die Juden zu beschimpfen, sondern daß er nur ihre Lehre kritisieren wollte, was für jeden erlaubt sei. Das Reichsgericht hat dem Anträge des Reichsanwalts gemäß die Revision der beiden Angeklagten verworfen. A Vom Senri-Anrschner. Der Herausgeber dieses antisemitischen Machwerks P h. tau ff in Berlin-Lichterfelde hat in der Ar. 279 des „Hammer" vom 1. Februar sich wehmütig wegen der im „Semi-Kürschner" enthaltenen zahlreichen Irrtümer bei den Betroffenen entschuldigt und sich selbst damit zu trösten versucht, daß von den letzteren auch einige, die „ganz und gar im Fahrwasser des Judentums" schwimmen und deshalb irrtümlich für Juden gehalten wurden, sich von dieser Einschätzung unangenehm berührt gefühlt hatten. Daß Dr. Ernst Wächter, der „alldeutsche" Begründer des Bergtheaters in Thale und langjährige Herausgeber der Zeitschrift „Die Jahreszeiten" in den „Semi- Kürschner" geraten ist, ist sehr geeignet, Humor zu erwecken. Wie sehr es aber den Herausgeber schmerzt, daß es einen Wann trifft, der sich „im besten Sinne (Pudors?) alle die Jahre seines Hervortretens betätigt hat", geht aus der Erklärung hervor: „So wird Herr Dr. Wächter in der noch in diesem Jahre erscheinenden Neuauflage aus dem Semi-Kürschner ausscheiden, aus denselben im Vorwort niedergelegten Gründen, wonach wir andere, in denen das arische Bluterbe die fremden Rassenteile überwand, bereits nicht ausgenommen haben." all — Steckbriefe. Gegen die Hausmakler Moses und Josef Golds chmi dt hatte der Untersuchungsrichter beim Landgericht Hamburg II im „Oeffentlichen Anzeiger" vom 21. Januar d. Is. Steckbriefe wegen Untreue erlassen. Die in der Personalbeschreibung enthaltenen Ausdrücke „Iudennase", „korpulenter Jude", „Besondere Kennzeichen: Jude", gaben unserer Ortsgruppe Anlaß, an geeigneter Stelle vorstellig zu werden, daß solche verletzende Bezeichnungen in einem Amtsblatte künftig unterbleiben möchten. Der I. Vorsitzende der Ortsgruppe Hamburg-Altona, Herr Dr. R. H i n v t ch sen erhielt darauf nachstehendes Schreiben des Herrn Senator Schäfer: Hamburg, den 23. Januar 1914. Auf Grund unserer gestrigen Unterhaltung habe ich heute mit Herrn Landrichter . , . Rücksprache genommen. Herr . . .

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