Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 3 (März 1914)
- Article
- Berlin
- Date
- 1914-03-01
- Page
- 133 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenz LN. 133 bewerbs der ganzen Welt. Unsere Zukunft hangt ab vorn moralischen Wert unseres Volkes. Gegen alle internationalen, zerstörenden Kräfte will der Deutsch-nationale Handlungsgehilfen - Verband ein starkes Gegengewicht sein. Wir wollen die Herrschaft deutschen Geistes im Deutschen Reich. Deutsch ist, wer auch dem Blute nach zu uns gehört. Diese unsere Stellung zum deutschen Gedanken führt notwendig dazu, daß wir die Aufnahme der nicht zu unserm Volke gehörenden Juden ablehnen und der internationalen Sozialdemokratie als scharfer Gegner gegenüberstehen/' — Die jüdischen Prinzipale, die Mitglieder des D. H.--V. beschäftigen, erinnern wir an die Worte Gabriel Riesters: „Wer mir den Anspruch auf mein deutsches Vaterland bestreitet, der bestreitet mir das Recht aus meine Gedanken, meine Gefühle, auf die Sprache, die ich rede, auf die Luft, die ich atme. Darum must ich mich gegen ihn wehren — wie gegen einen Mörder!" > Das Ergebnis der am 15. Februar in Berlin vollzogenen Wahlen der Arbeitnehmer-Vertreter zum Kaufmannsgericht hat dem antisemitischen Deutsch--nationalen Aandlungsgehilfenverband die Enttäuschung bereitet, daß auf seine Liste 410 Stimmen weniger als bei der Vorwahl fielen. Auch mehrere andere Verbände erlitten Stimmenverluste, während der Allgemeine Deutsche Vankbeamtenverein, der zum ersten Male konkurrierte, es sofort auf 1733 Stimmen brachte und nun Anspruch auf 21 Vertreter hat. w — Der Eentral-Verband selbständiger jüdischer Handwerker Deutschlands hat über seinen 3. Verwaltunastag (Cöln 1913) einen Bericht veröffentlicht, der über die kräftige Entwicklung des Verbandes Aufschluß gibt. Danach wurde der Verband 1909 in Hamburg begründet, nachdem mehr als ein Jahrzehnt vorher in Deutschland sich die selbständigen jüdischen Handwerker in lokalen Vereinen zu organisieren begonnen hatten. 1898 traten in Berlin selbständige Handwerker jüdischen Glaubens zusammen, um gewissen politischen Strömunoen, die sich auf das wirtschaftliche Gebiet übertrugen und die Existenz der jüdischen Handwerker bedrohten, einen Damm entgegen^usetzen. Es folgten dann die Handwerker in Hamburg, Eöln und Frankfurt a. M. und gründeten ein Schutz- und Trutzbündnis. Diese zunächst als Kampforganisation gedachten Verbände begannen sich bald mit wichtigen internen Verufsfr^gen, wie mit der Lehrlingsfrage, der sozialen Gleichstellung mit andern Verufsschichten, der Berücksichtigung durch die Gemeinden bei der Verwendung von Handwerksarbeiten u. a. zu befassen. Man erkannte bald, daß eine wirksame Förderung der Interessen der Handwerker am ehesten durch einen Zusammenschluß der einzelnen Verbände zu einer Gesamtorganisation erreicht werden könne. Dieser Gedanke tauchte in Eöln auf und führte dazu,