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Im deutschen Reich · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · p. 132

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Article
In Gollantsch
Date
1914-03-01
Page
132 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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132 Im deutschen Reich. — In GollanLs ch ist am 10. Februar unser dortiger Vertrauensmann, der Kaufmann und Stadtverordnete Isidor Easper, verstorben, ein Veteran aus den Feldzügen von 1864 und 1870/71, und Inhaber des Düpplersturmkreuzes, der sich bis Ende Oktober v. Is. als Synagogenvorsteher betätigte. An der Beerdigung am 12. Februar beteiligten sich die städtischen Behörden, sowie der vollständige Kriegerverein, dessen Ehrenmitglied der Verstorbene gewesen ist. — Durch das Hinscheiden unseres langjährigen Vertrauensmannes, des Herrn Stadtrats Immanuel Landsberger in Glogau, einer um das Judentum hochverdienten Persönlichkeit, hat der Eentralverein einen schmerzlichen Verlust erlitten. — Berichtigung. Die Herrn Veterinärrat Kleinpaul in Iohannisburg betreffende Rotiz im vorigen Heft S. 81 bedarf insofern der Berichtigung, als nicht er, sondern der schwer erkrankte Schlachthofinspektor, Tierarzt Evers, Herrn Apotheker Levysohn in Arys gebeten hat, sich nach einem geeigneten andern Tierarzt umzusehen. * Korrespondenzen. G Berlin. 22. Februar. Da es immer noch Leute gibt, die sich durch die Zusicherung vieler deutsch-nationaler Handlungsgehilfen Lauschen lassen, daß ihr Verband nur Berufs int eressen vertrete und keineswegs eine Schutztruppe der deutsch-sozialen Antisemiten sei, verweisen wir auf das offenherzige Bekenntnis, das sich in dem vom Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen- Verband verbreiteten roten Büchlein, „S Land esarbeit. Zur Kaufmanns gerichtswahl in Wiesbaden 1914", Seite 5, vorfindet: „Die Arbeit des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes endet nicht an der Grenze unseres Standes, sondern will darüber hinaus der Volksgesamtheit dienen. Wir wollen nicht nur nach Augenblickserfolgen streben, sondern auch daran denken — und zu solcher Auffassung unsere Verufsangehörigen erziehen —, wie es um ein Menschenalter mit unserm Volke, mit des Deutschen Reiches und Handels Weltmachtstellung aussehen wird. Unser deutsches Volk war schon groß, als es wirtschaftlich und politisch recht wenig bedeutete. Es war angesehen um seiner sittlichen Eigenschaften und Vorzüge willen. Dieses wertvolle Besitztum unseres Volkes sehen wir bedroht. Andeutsche Auffassung macht sich allerorten breit. Wir Angehörigen des Handels spüren am ersten die Folgen der brutalen, rücksichtslosen Jagd nach dem Gewinn, die ohne Rücksicht auf andere betrieben wird und in dieser Aebertreibung undeutsch ist. Wir sehen überall zersetzende Strömungen, die unterwühlen und vernichten, was lange zu unseres Volkes Vorzügen gehörte: Die Heiligkeit der Ehe, Achtung vor dem Weibe, Vaterlandsliebe, Treue, Rücksicht auf die Volksgenossen und das hochgespannte Rechts- und Ehrgefühl des Kaufmanns im guten und alten Sinne des Wortes- Wir stehen unter dem furchtbaren Druck des Wett-

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