Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 3 (März 1914)
- Article
- Die spanischen Juden und die Errichtung eines Lehrstuhls für rabbinische Wissenschaft und Literatur an der Universität Madrid
- Date
- 1914-03-01
- Page
- 115 (sequence 7)
- Language
- German
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Umschau. 115 talisch-jüdischer Sitte in. frühreifem Alter in das hebräische, besonders biblische Schrifttum eingeführt, begann er in seinem 12. Lebensjahre sich auch mit den klajfischen Werken der arabischen Sprache, die ihm als Muttersprache vertraut war, zu beschäftigen und wandte sich sodann auch dem weiteren Gebiet der orientalischen Sprachen zu. Mit 16 Jahren fing er an, sich die französische Sprache, sowie die anderweitigen Schulfächer anzueignen. Ende 1896 kam er nach Deutschland und hielt sich 21/. Jahre in Frankfurt a. M. aus, wo er sich die Kenntnis der deutschen Sprache sowie die zum Besuch einer Universität erforderliche Vorbildung zu erwerben bemüht war. Ostern 1898 bezog er die Kaiser-Wilhelms-Aniversität zu Straßburg i. Elf., an der er mit einer Unterbrechung von 2, an der Rupprecht- Karls-Aniversität zu Heidelberg zugebrachten Semestern bis zum Abschluß, seiner Studien hörte. Seine Inaugural-Dissertation zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde an der Straßburger Universität betitelte sich: „Prolegomena zu einer erstmaligen Herausgabe des Seitab al-hidaja net fara id al-qulub von Bachja ibn Josef ibn Paquada aus dem Andalus, nebst einer größeren Textbeilage." (Darmstadt 1901, E. F. Wintersche Buchdruckerei.) Später erschien das ganze Werk im arabischen Urtext nach der Oxforder und Pariser Handschrift, sowie den Petersburger Fragmenten, zum erstenmal von Dr. A. S. Uahuda herausgegeben. (Leiden, E.I.Brill 1912. VII. 113 Seiten Einleitung, 107 Seiten Text.) Schon dieses Werk des namhaften Arabisten legt deutlich Zeugnis davon ab, daß. Pahuda durchaus berufen ist, über die semitische Wissenschaft und Literatur Vorlesungen zu halten. Wenn uns nicht alles trügt, wird dieser Orientalist noch durch manche wertvolle gelehrte Forschungen und Untersuchungen auch in der Zukunft sein Wissensgebiet bereichern und er wird hoffentlich in Wort und Schrift, sowie durch sein Verhalten dazu beitragen, in Spanien dem Judentum neue Sympathien zu erwerben und dadurch noch die Veste alter Vorurteile zu vertilgen. Es wäre dies eine kulturgeschichtliche und hochverdienstvolle Tat, durch die sich der neue Professor der Madrider Universität den Dank des Judentums erwerben würde! £ Rmscharr. In seiner Schrift „Das antisemitische Hauptd o g ma“ hat der Bonner Orientalist, der protestantische Theologe Professor Eduard König, darauf hingewiesen, daß in den jetzt so vielseitig verbreiteten Vassentheorien, mit ihrer Zurück-