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Im deutschen Reich · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. 88

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Article
Palästina und palästinensischer Zionismus [Rezension]
Date
1914-02-01
Page
88 (sequence 2)
Language
German
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88 Im deutschen Reich. Wahrheit, einem jeden Kenner seiner Person und der Zeitumstände seit Jahrzehnten bekannt ist. Die Meinungen eines solchen Mannes können irrig sein, seine tatsächlichen Angaben sind nicht falsch. Darum muß vom Standpunkt der die zionistische Taktik beeinflussenden Kreise die Lektüre dieser Broschüre mehr als ein persönliches Erlebnis eines einzelnen, allerdings um das Judentum hochverdienten Mannes erscheinen. Der alte israelitische Friedhof zu Worms <r. Rh. Zwölf Kunstblätter mit Vorwort von Max Levy. Verlag von Christian Herbst, Hofphotograph in Worms. Gebunden 4,50 M. Versand nur gegen vorherige Einsendung des Betrages (zuzüglich Porto und Verpackung 0,30 M.) oder Nachnahme. Kein jüdischer Friedhof in Deutschland ist älter als der in Worms, keiner weist so viele bemerkenswerte Grabsteine auf. Weil Worms in früherer Zeit führend für die geistlichen und religiösen Interessen des Judentums war, haben dort Heroen der jüdischen Wissenschaft und Märtyrer des jüdischen Glaubens ihre letzte Ruhestätte gefunden. Nicht nur der hoze künstlerische Wert der Photographien, sondern auch das wissenschaftliche Vorwort von Max Levy, der seit Jahren sich mit der Geschichte seiner altehrwürdigen Vaterstadt eingehend beschäftigt hat, verleihen dem Werke einen Wert, der ihm eine freundliche Aufnahme verbürgt. — Der im Verlag der „Biographischen Anstalt Adolph Schumann^ in Leipzig erschienene Reiseroman von Julius Verne, „Die Reise durch die Sonnenwelt", enthalt eine überaus häßliche Charakterschilderung eines Juden namens Hakhabot, von dem auf Seite 191 des ersten Bandes gesagt wird: „Er zeigt ganz den Typus des deutschen Juden, der sich von allen anderen leicht unterscheidet. Das war der Wucherer mit dem Katzenbuckel und dem kalten Herzen, der Münzenkipper, der zusammenscharrende Geizhals von oben bis unten." Julius Verne hat sich mit dieser Darstellung nicht begnügt, sondern den Juden, so oft von ihm in den zwei Bänden des Romans die Rede ist, von der schmachvollsten und verachtungswürdigsten Seite geschildert. Die Biographische Anstalt Adolph Schumann, bei der wir deshalb vorstellig geworden sind, teilte uns mit, daß diese Ausgabe nur ein Druck von den Platten der Ausgabe des Hartlebenschen Verlages in Wien sei. Da Herr Kommerzialrat Hartleben in Wien als ein vorurteilsloser Geschäftsmann gilt, haben wir uns auch an die Firma Hartleben gewandt, die uns aber darauf erwidert hat: „Ich habe in Julius Verne, der vor einer Reihe von Fahren gestorben ist, keinen Judenfeind entdeckt; was ihm da in diesem Roman gerade eingefallen ist, wissen nur die Götter. — Aber es läßt sich in diesem bedauernswerten Falle eben nichts weiter tun, als mit christlicher, ich wollte sagen, jüdischer Duldsamkeit über die Sache hinweggehen." Von anderer Seite sind wir daran erinnert worden, daß der französische Schriftsteller Jules Verne nicht als Judenfeind, sondern als „ein enragierter D e u t s ch e n f r e s s e r" bekannt war, und in dem von uns beanstandeten jüdischen Typus wahrscheinlich weniger den Juden als den Deutschen karikieren wollte. Das kann uns nur veranlassen, unsere Ortsgruppen dringend zu ersuchen, auch vom Standpunkt deutscher Vaterlandsfreunde aus, auf eine Entfernung dieses die deutsche Jugend vergiftenden Romans aus den Schulbibliotheken Sorgetragenzu wollen. A, L.

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