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Im deutschen Reich · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. 85

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Article
A. B., Bonn
Date
1914-02-01
Page
85 (sequence 1)
Language
German
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Briefkasten. 85 Briefkasten. A. B., Bonn. Wir nehmen gern davon Kenntnis, daß Herr Prof. Dr. Paul Holzhausen im allgemeinen den Juden als gerechtdenkender Beurteiler gegenüb ersteht. Um so mehr bedauern wir, daß die Darstellung des Verhaltens der Juden während des Feldzuges 1812 in einer Art abgefaßt ist, die zum mindesten den Gedanken einer.ungerecht verallgemeinernden Kritik nicht ausschließt. ßxau T., LlönigshütLe. Nach dem Bericht des „Luxhavener Tageblattes" soll Herr Tlniversitätsprofessor Dr. Baum garten aus Kiel in einem auf Veranlassung des „Vereins Frauenarbeit" in Cuxhaven am 10. Dezember gehaltenen Vortrag über „Erziehung zur Wahrhaftigkeit" sich u. a. dahin geäußert haben: „im Alten Testament werde das Ideal der Wahrhaftigkeit nicht sonderlich gepflegt und doch stütze sich der Unterricht großenteils auf dieses." Vorausgesetzt, daß diese Äeußerung richtig wiedergegeben sein sollte, würde sie als ganz falsch zu bezeichnen sein, denn sie steht im Widerspruch mit vielen Stellen des Alten Testaments, wie z. B. III. Buch Mose, Kapitel 19, V. 11 und 12, Sacharja 8, 16, Psalm 15, 2, Sprüche Sal. 33, 12, 22, 13, 5, den Sprüchen per Väter 1, 18, wie anderseits auch des Neuen. Vgl. den Brief an die Römer 3, 7. Bei der Persönlichkeit des Vortragenden ist jede übelwollende Absicht oder antisemitische Anschauung über das Judentum ausgeschlossen. Die abfällige Äeußerung über das Alte Testament entspricht vielmehr nur einer in christlichen Kreisen weitverbreiteten Meinung von der fortgeschrittenen Ethik des Christentums gegenüber dem Judentum, einer Anschauung, die bedauerlicherweise in vielen wissenschaftlichen Werken, in einzelnen Aufsätzen und in unzähligen Vorträgen auf den verschiedensten Gebieten selbst von solchen Gelehrten vertreten wird, die sonst keiner antisemitischen Gesinnung zu zeihen sind. Ls ist unmöglich, ihnen im einzelnen entgegenzutreten. Änsere jüdischen Leser aber fordern wir dringlich auf, sich nicht von ihnen, auch wenn sie von Gelehrten mit großem Namen ausgesprochen werden, beeinflussen zu lassen, sondern sich an Sachkundige zu wenden und auf deren Belehrung hin die verblüffenden Behauptungen mit den jüdischen Religionsguellen selbst zu vergleichen. Sie werden in vielen Fällen überrascht sein, wie grundlos das Judentum herabgesetzt wird, um das Christentum zu erhöhen. E- Th. -M., Berlin. Die „j ü d i s ch e n S e l b st b e k e nn t n i s s e", welche die „Staatsbürger-Zeitung" einer Zusammenstellung von Ernst Kämpfer entnimmt, beweisen nichts weiter als den Ernst, mit dem viele Juden Selbstkritik üben, ohne darauf zu achten, daß sie, wie z. B. Hermann Heijermann in seinem Drama „Ghetto", den verbissenen Judenfeinden Wasser auf die nahezu wasserleeren Mühlen liefern. Es würde zwecklos sein, allen diesen und weiteren aus dem Zusammenhang gerissenen Aeußerungen einzelner Juden nachzugehen. Wem wird es einfallen, das Christentum oder das Deutschtum für alle Aeußerungen verantwortlich zu machen, die irgend einmal irgendwo ein Christ oder christlicher Deutscher getan hat? Diese Zusammenstellung gilt uns nur als eine Kennzeichnung für einen antisemitischen „Kämpfer". D. G., Bernstadt i. Schl. Daß unser Vereinsmitglied, Herr Prediger Albert Wolfgang, veranlaßt wurde, im dortigen Kriegerverein einen Vortrag zu halten, im „Iungdeutschlandbund" zu

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