Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Article
- O. K., Berlin
- Date
- 1914-01-01
- Page
- 42 (sequence 1)
- Language
- German
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42 Im deutschen Reich. Briefkasten. O« K,. Berlin. Die Gefahren der Kriegshetzerei der antisemiti» scheu Presse werden leider ebenso unterschätzt, wie die von einem Führer der'Alldeutschen, Rechtsanwalt Claß in Mainz öffentlich ausgestellte Behauptung, daß man unablässig daran arbeiten müsse-, daß aus dem instinktiven Länderhunger der Massen, ein die Regierung zwingender Wille werde. Das ist Wasser aus die Mühlen ausländischer Chauvinisten und inländischer Antisemiten, die dabei tut Drüben fischen wollen. Kurt v. Strantz äußert sich in der „Regensburger Zeitung": „Dieses Händler tum Predigt den Frieden, um seinen schmutzig errafften Reichtum zu wahren und zu mehren"; Dr. Heinrich- Pudor fragte in der „Deutschen Tageszeitung": „Hat Deutschland keine Erpansionsgelüste mehr?" und der Herausgeber der ,Kol. Anthrog. Revue" hat scharr im Augustheft 1912 beklagt, daß. die herrschenden Kreise immer nur Frieden predigen". Außerdem warnte er vor den Folgen einer die Muskeln erschlaffenden langen Friedensperiode und dem Treiben der „internationalen Händlers Rach der jüngsten Kanzlerrede, die von der „Staatsbürger-Frg." als lückenhaft bezeichnet wurde, sagte der Antisemitenmonteur, der Dreibund, besser gesagt, der B u n d mit Oe st erreich sei ein anscheinend zum eisernen Bestände der Regierungspolitik gehöriges abgegriffenes und abgeschabtes politisches Rüstzeug. Cs sei ein notwendiger Ausbau des deutschen Ratio nalstaates, sich die deutschen Volksgenossen anzugliedern, die durchdie Habsburgische Dynastiepolitik der slawischen Demokratie hingeopfert würden. Durch solche Treibereien kann das Mißtrauen des Aus larwes gegen Deutschland und im Inland die Macht der reaktionären Elenrente nur verstärkt werden. Cavete! Ll. <£♦, Lharlottenöurg. „Viel von Juden besuchte Sommerfrische" — dieser im Oktober Heft unserer Zeitschrift erwähnte Hinweis des Herrn Professor Dr. Kinzel über G o s s e nsa ß indem Reisebnch: „W re reift m a n i n Oberbat) er n it nd Tirol?" hat, wie neuere Zuschriften an uns bekunden, stark verletzend gewirkt. Wir haben schon damals daraus hingewiesen, daß sich nirgends in dem Buch der Zusatz findet „viel von Christen besucht!" Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß der b e s o n d e r e H i nweis aus den zahlreichen jüdischen Besuch von Gossensaß mrnd e st e n s zu der Annahme einer latenten a n L i s e m i t i s ch e n G e s i n n u n gv des Verfassers berechtigt, der das Verletzende) seiner Aeußerung nicht eingesehen und noch zu rechtfertigen gesucht Hat- Viele werden sich lieber ein Reisehandbuch aus suchen, das sie nicht in der herrlichen Alpenwelt an die traurige, konfessionelle Trennung daheim erinnert. R. B.. Breslau. Der „alldeutsche" Schriftsteller HorstKohl - der im Bande VII der Voigtländischen Ouellenbücher die Arbeit des Generalleutnants z. D. v o n M e y e r i u ck: „Die Straße n - kämpfe in Berlin am 18. und 19. März 1818" veröffentlicht hat, würde es vielleicht nur als eine Reklame für diese aufgeWärmLe Publikation betrachten, wenn wir etwas gegen die Veröffentlichung eines Machwerkes unternehmen wollten, das doch nur eine Fortsetzung der Bestrebungen der Reaktionäre ans den Jahren 1850 bis 60 ist, die Revolution! von 181-8 als eine Mache der „Polen, Franzosen und I u d e n" darznstellen. Kempen u p. Wenn die „Deutsche Tageszeitung" in der Rr 365 vom 22. Juli 1913 die Frage „Sind die Juden eine kriegerische Rasse?" dadurch verneinen zu können glaubte, daß sie auf das Anerbieten des Gemeindevorstehers FricLberg in