Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Article
- Schwäbisch Hall
- Date
- 1914-01-01
- Page
- 36 (sequence 2)
- Language
- German
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36 Im deutschen Reich. weiteren Auslassung des Blattes geht deutlich hervor, daß ihm die Tatsache gar nicht unbekannt ist, es handle sich gar nicht um die Vermietung eines Pfarrhaufes, sondern um den Privatbesitz eines Geistlichen, über den ihm freie Verfügung znstehL. Die Frage, ob die jüdische Familie nicht besser getan hätte, auf die Wohnung in dem Hause eines christlichen Geistlichen zu verzichten, bedarf keiner Erörterung. Ls genügt, die hetzerische Leistung des Herausgebers der „Schwäbischen Tageszeitung" niedriger zu hängen, der selbst vorausgesehen hat, daß er damit auch bei seinen christlichen w ü rt t e mb e r g i s ch e n Lesern kein Glück haben wird, da er selbst von der Toleranz der Geistlichen sagt: „Derartiges ist sicherlich nur in Württemberg möglich!" * Vereinsrmchrichten - — Ehrung. Der Vorstand des Centralvereins hat am 29. November 1913 dem Rektor des Rabbiner-Seminars, Herrn Dr. D. Hoffmann in Berlin, mit einem Blumen-Arrangement nachstehendes Glückwunschschreiben übersandt: Hochgeehrter Herr Doktor! Aus Anlaß Ihres 70. Geburtstages gestattet sich der Unterzeichnete Eentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ihnen seine wärmsten und herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln. Ein geistiger Führer auf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft, stets unermüdlich tätig, stets mit Liebe und Begeisterung der Wahrheit der jüdischen Lehren ergeben, haben Sie auch unseren Bestrebungen, welche aus Erhaltung von Recht und Ehre unserer jüdischen Gemeinschaft gerichtet sind, Ihr wärmstes Interesse entgegengebracht. Ihre tiefgründigen und scharfsinnigen Untersuchungen über das Verhältnis des Schulchan-Aruch zu Andersgläubigen sind ein grundlegendes Werk für die Beurteilung aller in Frage kommenden Probleme geworden. Wir sind stolz darauf, einen solchen Mann als zu uns gehörig betrachten zu dürfen und erbitten für Sie im reichsten Maße Gottes Segen. Mit ausgezeichneter Hochachtung — Rur in den seltensten Fällen kann an dieser Stelle freudigem Mitempfinden des Centralvereins an einem Familienfeste eines einzelnen Mitgliedes Ausdruck verliehen werden. Dann aber liegt darin zugleich eine Anerkennung besonderer Verdienste und hervorragender Leistungen. In diesem Sinne widmen wir einem der durch Rat und Tat bewährtesten Witglieder unseres Zentralvorstandes, Herrn Stadtrat Eugen Panossky und feiner Gemahlin, die am 18. Dezember ihre Silberhochzeit gefeiert haben, nachträglich herzliche Glück- und Segenswünsche!