Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 11 (November 1913)
- Article
- Hannover
- Date
- 1913-11-01
- Page
- 508 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2316602-2316829-2316839--24012-2347842- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
508 Im deutschen Reich. Hannover, 0. Oktober, Februar-Heft dieser Zeitschrift wurde berichtet: „Im „Berliner Tageblatt" befand sich kürzlich ein großes Inserat der „h a n n o v e r s dy c u Spitzensabri s" in Hannover, die für ihr neu zu errichtendes Detailgeschch'l einen christlichen Pachter mit einem Kapital von 20000 M. suchte." Weshalb der Firnreninhaber der Hannoverschen Spitzenfabrik das Bekenntnis zum Christentum zur Bedingung stellte, war uns damals unerklärlich; ebenso verwunderlich berührt jetzt ein dieselbe firma Walther Mondt» Lrste hannoversche Spitzen fabrik in Hannover betreffender Artikel des handeleblattcs - des „Hannoverschen Anzeigers" vom 8. Oktober d. I.- „Sine sonderbare Gründung". In bicfcnt Artikel heißt es: „Im Auftrag eines Gläubigers hat der Glaubiger-Schutzverbaud ge^en Mondt Konkursantrag gestellt. Der Gemeinschuldner hat der der Vernehmung die Erklärung abgegeben, das; bei Gründung der G. m. b. h. über die einzubringenden Vermögensstücke in: Werte von 0191XX) M. nicht einn:al ein Inventar ausgenommen worden ist. Er hat ferner zugegeben, daß er auf den 29. September zum Offenbaruugseid geladen worden sei. das; er weitere Vermögensstücke überhaupt nicht besitze. Nicht einmal über Möbel verfügt der Gemeindeschuldner, sondern er bewohnt einfach ein möbliertes Zimmer." In seinem februar-Inserat. jüdi s ch c Pächter ausschloß, war übrigens die Bemerkung enthalten: „Kapital wird bei eventl. Austritt zurückerstattet". * () Nürnberg, 10. Oktober. K einer will cs gewesen sein! In einer am 11. Dezember v. I. in Nürnberg abgehobenen Versammlung des Bundes der Landwirte, in der von dem konservativen bayerischen Landtagsabgeordneten Bekh- Rathsberg bei der Erörterung der Iesnitensrage auch die Indenfrage" in antisemitischer Weise behandelt w::rde, äußerte dieser Parlamentarier: „E i n e A r m c e mit jüdischen Offizieren ist undenkbar." Nach dem Versammlungsbericht des ..fränkischen Kuriers" sollte der Geschäftsführer des Bundes der Landwirte Weber dadurch zu dem Zuruf: „Der jüdische Offizier kennt die Begriffe Ehre und Redlichkeit nicht!" veranlaßt worden sein. Das bayerische Kriegsministerium hat deshalb wegen Beleidigung der jüdischen Reserveoffiziere Strafantrag gestellt. Inzwischen batte aber Herr Weber in einer Zuschrift an den . „fränkischen Kurier" behauptet, den Zwischenruf nicht gemacht zu haben, aber später nickt reagiert auf die von dem „Fränkischen Kurier" an seine Berichtigung angeschlossene Bemerkung: „Was hat er denn gesagt? Von einem Anderen kann der Ruf nicht gekommen sein!" Da sich nicht feststellen ließ, wer die inkriminierte Aenßerung getan hat, ist nach durchgeführter .Voruntersuchung das Verfahren auf Antrag des Staatsanwalts eingestellt worden. * . , x. Stuttgart, tz. Oktober. „<£ ner 'D eulschgebore n". Die hier erscheinende Zeitschrift „Der Beobachter" äußert sich in eine::: geharnischten Leitartikel über ein kürzlich „An den Deutschgeborenen" versandtes „Von deutscher Kunst und Literatur" betiteltes