Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 11 (November 1913)
- Article
- Berlin / L.
- Date
- 1913-11-01
- Page
- 507 (sequence 4)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 507 Vereins, der zur Zeit fast 5000 christliche und nur etwa 50 jüdische Lehrer als Mitglieder zählt, wurde unseres Wissens jetzt zum ersten Mat ein jüdischer Lehrer zum Vertreter gewählt. * — Die Firma I. F. Schwarz lose Sohne, Berlin, Ma r k g ra f e n st r. 20, hat in einem Inserat im „Berliner Tageblatt" vorn 1.4. August d. I. einen Parfümcrieverkäuser mit dem ausdrücklichen Vermerk „Christ" verlangt. m Frankfurt a. LN., 1. Oktober. In den letzten Monaten übersandte der „Verein selbständiger i s r. Handwerker und Gewerbetreibender" in Frankfurt an viele Mitglieder der israelitischen Gemeinde ein Zirkular, in welchem unter Zurückweisung unberechtigter Vorurteile gegenüber jüdischen Handwerkern darauf hingewiesen wird, das; es tu Frankfurt am Main jüdische Handwerker der verschiedensten Branchen gibt, und aufgefordert wird, diese bei Vergebung von größeren Arbeiten zn berücksichtigen. Die Aebcrschrift des Zirkulars „Protestschreiben" und die einleitenden Sähe: „In der jüdischen Ocffcntlichkcit beschäftigt man sich zurzeit in allen Lagern mit dem Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, welcher es sich zur Ausgabe gesetzt hat, die Gleichberechtigung der Juden auf allen Gebieten zu erstreben. Die segensreiche Wirksamkeit und die Berechtigung dieses Vereins wird überall anerkannt. Leider aber hat es dieser Verein bisher der- .säumt, vor allem die Gleichberechtigung der Juden untereinander zu erstreben und hat diese Aufgabe anderen überlassen", konnten beim oberflächlichen Dnrchlesen den Eindruck erwecken, als ob der Frankfurter „Verein selbständiger isr. Handwerker und Gewerbetreibender" sich gegen den Centralverein wenden wollte, und das „Frankfurter Isr. Familienblatt", das sich seit der Hauptversammlung des Centralvereins vom 30. Marz 1913 bei jeder, auch der unmöglichst erscheinenden Gelegenheit an ihm zu reiben versucht, hat diesen irrigen Eindruck noch durch eine Aotiz (in der Beilage zu seiner Ar. 28) zu verstärken versucht. Daß aber der Verein sich in keiner Weise gegen den Centralverein wenden wollte — er hatte dazu auch um so weniger Anlaß, als in unserer Monatsschrift schon häufig darauf hingewresen worden ist, daß die Zahl der jüdischen Handwerker in Deutschland erfreulicherweise viel größer ist, als gemeiniglich angenommen trirb, und daß unter ilynen ausgezeichnete Vertreter der verschiedenen Handwerksbranchen sich befinden —, ergab sich aus dem übrigen Inhalt seines Zirkulars, und insbesondere aus seinem Schlußsatz, in dem es heißt: „Wenn erst dieses Vorurteil (gegen die jüdischen Handwerker) beseitigt ist. wird insbesondere auch die Arbeit des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens eine wirkungsvolle werden, wie wir dr-s voll und ganz wünschen." Zu unserer Genugtuung ist denn auch der „Verein selbständiger isr. Handwerker und Gewerbetreibender" unserer Ortsgruppe Frankfurt a. M. vor einigen Wochen korporativ als Mitglied beigetreten. *