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Im deutschen Reich · 1913-10-01 · Heft 10 (Oktober 1913) · p. 472

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 10 (Oktober 1913)
Article
B. M., Berlin
Date
1913-10-01
Page
472 (sequence 2)
Language
German
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472 Im bcutjd)cu 'Xcid). reinsten Wassers,Mitglied der Deutsch-sozialen Pariei und g l'.ört zu den schlimmsten Gegnern der Juden. Bis in die jüngste Zeit dme'.n war er in jeder antisemitischen Volksversammlung. Bei den Reichstagswahlcn ist er al* ^Igitator für den antisemitischen K\uo Unten stets offen heroorgetre.ten und hat auch die Dörfer bereist, dr Hit auch einem Mitglied unseres Vereins gegenüber offen zn ge reden, das; er zu den Freunden Schacks und zu den eifrigen Anhängern, des D. h. V. zahle. Sein Antisemitismus sei allerdings nur prirater Ratnr. In seinem Geschäft bringe er ihn nicht zutn Ausdruck. ^AaNrr.ich hüte.- er sich wohl den Inden gegenüber, von denen er vorteilhaft kaust, oder die er zu seinen be,tcn Runden zäh t seinen Ant'semittsm s zu zeigen. Sr schellt sich beispielsweise niht. lrotzden er ge cd' den „verderblichen Ginfurtz des B.r.inee Judentums b k.m fr", di.' jüdische Konfektion und die jüoircheu Warenhäuser in Ce; e u dringlichsten Wcife aufzusuchen. hier verbirgt er w.hlw is ich s i.re antifcmttische Gesinnung, die in Eisenach stadtb kannt i.k. L. D., Berlirr. Vor einiger Feit ist im Verlauf einer SchöffengerichtSverhandlung in Charlottenbnrg fcstgestcUt worden, das; der Besitzer der Drogerie in C h a r l o t 1 e n b u r g , W a (l st r. 47, Apotheker W ü st e f e l d, seinen Angestellten den ausdrücklichen Auftrag erteilt hat, alle jüdischen Reisenden abzuweisen, da er grundsätzlich von Juden nichts kaufe. A. C. in Berlin. In seinem Reisebuch ..Wie reist man in Oberbayern und Tirol?' schreibt Professor Or. Kinz l über Gossensaß: „Viel von Juden besuchte Sommerfrische." Oo dieser Aeußerung eine antsemitische Gesinnung zugrunde lugt. könn n wir nicht entscheiden. Wer an dem Zusatz Anstoß nimmt, hat nur das eine Mittel dagegen, dieses Buch nicht zu kaufen, in dem sich nirgends der Zusatz findet: „Biel von Christen besucht." 1?., Berlin. Anonyme Zuschriften lassen wir grundsätzlich unberücksichtigt. * Bücherschau. — Im Verlage von K. F. K ö h l e r , Leipzig, ist das „D e u t s ch e Studentenbuch 1913", hcransgegeben von Iw. Edgar Groß und G e o 7 g I. P l o t k e, im Aufträge des Akademisch-Literarischen Vereins, Berlin, erschienen. Es sollte, wie es in dem Vorwort heißt, in diesem Buch allen Studenten deutscher Zunge die Möglichkeit zu einer freien Aussprache gegeben werden, in der Absicht, die gegenwärtige akademische Generation zu ernstem Aachdcnken über ihre sozialen, künstlerischen und philosophischen Bestrebungen zu veranlassen. Ileber den ethischen und literarischen Wert des Buches hier zu debattieren, würde aus dem Rahmen der Zeitschrift des Centralvereins hinausreichrn. Es ist jedoch mit F-rcudeu zu bcgrüßen, daß die Spalten des Buches auch einem Angehörigen des C.» des ältesten jüdischen Studentenverbandes, für eine Abhandlung über die Entwicklung des Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und seine Einwirkung auf die jüdischen Studenten zur Verfügung gestellt worden sind. In dieser Abhandlung har Bruno Feilchenfeld in prägnanter Form die Stellung der großen Studentenverbände, des S. C., D. C., V. C., A. D. B. usw., zum Antisemitismus präzisiert und im Anschluß derart die Reaktion der jüdischen Studenten auf den Beschluß der weitaus meisten Korporationen, Juden in Zukunft nicht mehr auhunehmeu, geschildert. In erster Linie wird die heldenhafte Gründung der ,Viadrina" in Breslau, die in der Zeit der Hoch-

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