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Im deutschen Reich · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. 424

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
D. R., Berlin
Date
1913-09-01
Page
424 (sequence 1)
Language
German
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424 Im deutschen Reich. D. B., Berlin» Der Artikel des Dr. Heinri ch Pudor, „M o u a r ch i s ch - k o n f c r vaL i v". den das „D e u t s ch eAdels - blatt" am 20. Juli an leitender Stelle veröffentlicht hat, bezweckt offenbar, nicht nur die unwahre Behauptung zu verbreiten, daß das „Judentum ein Gegner der Monarchie" sei, sondern auch durch den.„Popanzsatz" zu schrecken, „daß derjenige Monarch, der mit den Juden liebäugelt, den Ast absägt, _ auf dem er sitzt". Daß Herrn Heinrich Pudor, der seine demagogischen Ausführungen (vgl. sein Schreiben vom 5. Mai 1912, „Wertheim und Eadiuen", seine Eingabe an das sächsische Kultusministerium vom 19. Dezember 1912, „Entziehung der Korporationsrechte") fast nur in der „Staatsbürgerzeitung" und der „Deutschen Reform" an die Oeffentlichkeit bringen konnte, die ausdrücklich als „Ämter Verantwortung des Chefredakteurs" bezeichneten Spalten des Adelsblattes geöffnet worden sind, kann nur als Beweis dafür gelten, daß die „Tivoli-Konservativen" sich durch die Losung der Deutschsozialen, „D i e konservative Partei wird antisemitisch sein, oder sie wird nicht sein", noch immer in das Bockshorn jagen lassen. Dem Teil der konservativen Partei, der sich nicht hange machen und( in der monarchischen Gesinnung nicht wankend machen läßt, kann die „monarchisch-konservative Gesinnung" dieses Mannes nicht als echt gelten, von dessen Kampfesweise in der Münchener Zeitschrift „Ianns" am 15. Juni gesagt wurde: „Alle Pöbelinstiukte werden geweckt, wenn man seinen Haß mit verlogenen Argumenten zu verschweigen sucht." — Rächt die mit den radikalen Antisemiten „liebäugelnden", sondern die entschieden monarchisch gesinnten Konservativen verweisen wir darauf, daß die jüdische Gemeinschaft seit dem Untergang des jüdischen Staates konservative Gesinnung bewahrt hat (denn sonst existierte sie nicht mehr), daß ferner in den Synagogen aller Richtungen an Sabbaten und Feiertagen feierlich ein Gebet für den Landesherrn gesprochen wird, und daß Achtung vor der Obrigkeit für die Juden strenges Gebot ist. Schließen sich die Juden in überwiegender Mehrheit den linksstehenden Parteien an, so folgen sie dem Gebot der S e l b st e r h a l t u n g. Man kann ihnen nicht zumuten, konservativ zu wählen, solange die Organe der konservativen Partei judenfeindliche Ergüsse verbreiten und die Führer dieser Partei an dem Tivoli-Programm festhalten. Daß der Sozialdemokratie auch Inden angehören, berechtigt niemand, allen Juden die monarchische Gesinnung oder auch nur die Befähigung abzusprechen, sich konservativ zu betätigen. Der frühere Reichstagsabgeordnete Freiherr Mayer Karl von Rothschild gehörte vor dem Einsetzen der antisemitischen Bewegung der freikonservativen Partei an, der von Juden abstammende Abgeordnete Arendt ist noch heute eine ihrer Stützen. Daß Männer wie Ballin und Rathenau, die für das deutsche Wirtschaftsleben Großes und damit für Kaiser und Reich unendlich mehr geleistet haben als Bartels und Pudor je leisten könnten, auch treuere Gesinnungen hegen als solche nichtjüdischeu Grundbesitzer, die deutsche Güter an Polen verkaufen, wird jeder unbefangene konservative Parteimann zu geben. Die linksstehenden Parteien, denen sich die meisten deutschen Juden angeschlosscn haben, sind aber auch in ihrer Gesamtheit monarchischer gesinnt als viele konservative Parteimitglieder, deren Königstreue sofort sich verflüchtigt, wenn nicht nach ihrem Willen regiert wird, und wenn, .wie bei dem Mittellandkanal und bei der Wahlreform in Preußen, ihre Partei-Interessen in Betracht kommen. San.-Aat _£♦ in B. Wenn Sie den Verfasser des Buches „Rassen und Volker", I>r. Ludwig Wilser-Heidelberg, aus seinen

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