Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 8 (Juli 1913)
- Article
- Worms
- Date
- 1913-07-01
- Page
- 369 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2316602-2316829-2316836--23775-2347536- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Vereinsnachrichten. 369 der jüdischen Gemeinde gewesen, ein Zeitraum, in dem die Geschicke der d Gemeinde hier recht wechselvoll gewesen sind. Die stillen Steine draußen erzählen von den Helden des Glaubens, die für ihre Ueberzeugung in den Tod gegangen sind. Aber die stets weiter schaffende Zeit ließ auch hier Augenblicke kommen, wo diese alte Stätte aufgegeben werden mußte. Die Stadt kam dem Wunsch ihrer jüdischen Bürger, bei der Schaffung einer neuen Friedhofsanlage mitzuwirken, gern entgegen. Das jetzige Grundstück bildet nur einen Teil des Friedhofs, der je nach Bedürfnis in weiterer Fläche der israelitischen Religwnsgemeinde zur Verfügung gestellt werden wird. Aber auch der dann erwirkte Friedhof bildet nur einen Teil der ganzen Anlage, die nach erfolgtem Zusammenschluß eine große mächtige Grabstätte der Bürger der Stadt Worms aller Konfessionen in einheitlicher Anlage umfassen soll. Wir wollen im Tode Unterschiede nicht kennen, wie wir sie im Leben auch nicht kennen wollen. Wir fühlen uns alle in gleicher Weise als Bürger und Wanderer auf dieser Grd e." Der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinde Worms, Herr Salomon Honig, dankte der Stadtverwaltung dafür, daß sie den Wünschen und Forderungen der israelitischen Religionsgemeinde so gern entsprochen habe. Marburg i. H., 1. Juli. Bei einer hier stattgehabten Ersatzwahl in der zweiten Wählerklasse wurde zum erstenmal ein Jude, Herr Sallh Haas, in das hiesige Stadtverordnetenkollegium gewählt. Angesichts der lokalen Verhältnisse ist diese Tatsache als recht erfreulich zu bezeichnen, zumal die Stimmenmehrheit des Gewählten eine sehr beträchtliche war. /X wächtersbach, 1. Juli. Zu Ehren des von hier nach Fulda berufenen ersten evangelischen Pfarrers, Herrn Wilhelm Weber, wurde kürzlich hier eine Feier veranstaltet, an der sich zahlreiche Angehörige der verschiedensten politischen Parteien und religiösen Bekenntnisse beteiligten. Auf eine Ansprache des Lehrers der hiesigen Synagogen-Gemeinde, Herrn Sichel, erwiderte Herr Pfarrer Weber, die israelitischen Glaubensgenossen hätten ihm schon vom ersten Tage seines Hierseins an eine freundliche Gesinnung bekundet. * Vereinsnachrichten. Eine interessante Berichtigung. In Nr. 24 der „Jüdischen Rundschau" schreibt Herr Dr. Arthur Brünn: „Erst jetzt ersehe ich — aus der letzten Nummer der Zeitschrift „Im deutschen Reich" —, daß meine Aeußerungen auf der letzten Versammlung des Centralvereins vom 17. Mai in entstelltem Sinn Gegenstand antisemitischer Lobpreisung waren und auch in der Versammlung des neuen jüdischen Gemeindevereins vom 22. Mai in die Diskussion gezogen wurden, wobei Dr. Klee mich als „Außenseiter der zionistischen Partei" bezeichne te. Ich halte es daher für nötig, auf jene Centralvereinsverfammlung näher einzugehen. Der Referent des Abends, ReichstagsäbgeordneLer Dr. Haas, griff in seiner Rede über