Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1913)
- Article
- A. K. u. a. m.
- Date
- 1913-05-01
- Page
- 275 (sequence 2)
- Language
- German
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Bücherschau, 275 etwas zu erreichen ist, wenn öre Linzelrnitglieder unö -re Ortsgruppen Vollkommen ihre Pflicht tun. Eine eigene wirtschaftliche Kommission des Zentralvorstandes besorgt die in Frage kommenden Angelegenheiten. * Bücherschau. Denkmäler jüdischen Geistes. Herausgegeben von Dr. B. Ma y und I. B. Levy. Bd. 1, Moses Mendelssohn: Eine Auswahl aus seinen Schriften und Briefen. Bd. 2, Gabriel Messer: Eine Auswahl aus seinen Schriften und Briefen. Verlag von I. Kauffmann, Frankfurt a. Main. Preis pro Band M. 0,90. Moritz Lazarus erzählt in seinen „Lebenserinnerungen" von einer Dame aus den gebildeten Ständen, sie habe den ganzen Gervinus über Shakespeare gelesen, „aber von Shakespeare selbst kein Wort". Aehnlich geht es den meisten Juden unserer Zeit. Sie Haben vielleicht ein Interesse für die jüdische Literatur, hören allerhand Vorträge und lesen manchen Artikel über diese Dinge, aber sie greifen fast niemals zu den Büchern der jüdischen Geistesheroen selbst, um deren eigenen Worten und Ideen zu lauschen. Der Grund ist schon in der nicht wegzuleugnenden Tatsache zu finden, daß heutzutage nur selten genug einer die Zeit hat, sich durch mehrbändige Werke, z. B. eben die Mendelssohns oder die an sich so treffliche Gesamtausgabe der Schriften Rießers hindurch zu lesen. Eine entsprechende Anweisung für eine Auswahl wenigstens des Wertvollsten und Interessantesten steht auch kaum zu Gebote. And schließlich, so vielerlei zur Verbreitung jüdischer Literatur durch jüdische Bibliotheken jetzt auch geschehen mag, nicht jeder hat Gelegenheit, diese nach. Gefallen zu benutzen. And noch weniger sind es, die das Geld zur Anschaffung einer eigenen jüdischen Handbücherei ausgeben. Hier haben die Herausgeber der oben genannten Sammlung eine Idee, die auch für die jüdische Literatur schon vielfach ventiliert wurde, aus der Theorie in die Praxis überführt, und die Verlagsbuchhandlung hat durch hervorragende Ausstattung und Lästerst billigen Preis (90 Pfg. für ein steif kartoniertes Bändchen von 124 Seiten!) das ihrige in ganz besonderem Maße getan. Jetzt fehlt nur noch das Publikum, das sich die Bändchen erwirbt und — liest! Wird die kleine vortreffliche Mendelssohn-Auswahl für jeden religionsgeschichtlich interessierten Juden eine herzlich will-, kommene, ansprechende Lektüre bilden, so ist zu erwarten, daß, zumal die Nießer-Sammlung in den Kreisen des „Eentralvereins" auf freudigen Widerhall stoßen wird. Denn hätten wir