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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 193

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Die allgemeinen Wahlen zu preußischen Abgeordnetenhaus
Date
1913-05-01
Page
193 (sequence 1)
Language
German
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Im deutschen Reich. mm -es EesüMerelss deMer StaatsMger jWWerr Slmbevs. €rfcbettit zwölf mal im Jakre. Der „Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" bezweckt, die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zn sammeln, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung sowie iu der unbeirrren Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken. (§ 1 der Satzung des Vereins.) XIX. Fahrg. Berlin, Mai 1913. Nr. 5/6. Die allgemeinen Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus sind ausgeschrieben. Unsere Mitglieder kennen ihre Bedeutung. Wir brauchen nur daran zu erinnern, daß wir zur Wahrung der Gleichberechtigung in Preußen ganz besonders auf dem Platze sein müssen. Die Mißachtung unserer staatsbürgerlichen Stellung hatte ihren Höhepunkt erreicht, als das preußische Abgeordnetenhaus, um den häßlichen Ausdruck unserer Gegner zu gebrauchen, ,stubenrein" war. Unser Verein hat wesentlich dazu beigetragen, daß aus den letzten Abgeordnetenwahlen eine Reihe angesehener jüdischer Abgeordneter hervorgegangen ist, die über den Bestrebungen zugunsten der Gesamtheit ihre Religion und ihre Abstammung bei keiner Gelegenheit vergessen, geschweige denn verleugnen. Die jüngsten Verhandlungen des Hauses haben gezeigt, daß sich nunmehr auf allen Seiten Verständnis für die religiösen und kulturellen Interessen unserer so lange übersehenen Minderheit zeigt. Soll sich das, auch von der Regierung nicht unterdrückte Interesse in die Tat umsetzen, soll sich bei der Aemterbesetzung, dem Ausbau des Iugendunterrichts, der Ausrottung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Boykotts die parlamentarische Stimmung und der parlamentarische Einfluß uns günstig gestalten, so muß jeder Wähler, welcher Partei er auch angehört, sein Wahlrecht ausüben. Er muß dafür sorgen, daß dem Antisemitismus, in welcher Form er auch austritt, bei den Wahlen Abbruch geschieht, und, wo es irgend möglich ist, ein Freund unserer Rechte und ein Kenner unserer Leiden aus der Wahl hervorgeht. Eine eifrige Mitarbeit der der Wahl ist Pflicht der Selbstachtung und der Selbsterhal - tungfürjedenIuden.

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