Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 4 (April 1913)
- Article
- Die hessische Woche
- Date
- 1913-04-01
- Page
- 161 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Rinschau. 161 über: „Die Lage der deutschen Juden und der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens." Ihren Abschluß fand die Hessen-Nassauische Woche durch Versammlungen, die am 23. Februar d. I. in Ingelheim und Gr.-Steinheim stattfanden und in denen die Herren Dr. Ru d. Geiger- Frankfurt a. M. bzw. Dr. Max Mainzer- Frankfurt a. M. als Referenten auftraten. Beide Versammlungen waren sehr zahlreich besucht und brachten den Referenten stürmischen Beifall. Eine große Anzahl neuer Mitglieder ist dem Centralverein durch die genannten Vorträge zugeführt worden. Insbesondere gilt dies auch von einer am 24. Februar in Mainz in der Stadthalle veranstalteten Versammlung, in der Herr Iustizrat Dr. Ernst Auerbach»Frankfurt a. M. über: „Staat und Antisemitismus" sprach. Wenn sich auch gezeigt hat, daß an einzelnen Orten die Organisation noch zu wünschen übrig laßt, darf doch die Hoffnung ausgesprochen werden, daß es bei weiterer Tätigkeit gelingen wird, auch den Boden der hierbei in Betracht kommenden wenigen Gemeinden für die Idee des Centraldereins, „die Selbstverteidigung der Juden und die Hebung des jüdischen Selbstbewußtseins" aufnahmefähig zu machen. Umschau. (^¥ ls vor wenigen Wochen die nationalliberale „Magde- Vv burger Zeitung" in dem Artikel: „Der Ried er gang des politischen Antisemitismus" auf die Liquidation der „Staatsbürger-Zeitung" hinwies, mag in manchen Kreisen sich die Hoffnung auf eine Abnahme der antisemitischen Wühlerei geregt haben. Die „Staatsbürger-Zeitung" versicherte zwar, daß es sich „bei der Liquidation lediglich um eine rein geschäftliche Auseinandersetzung der Gesellschafter unter sich" handle, aber der klägliche Ausgang eines Konflikts mit der „Kreuzzeitung" zeigte, daß der Lebensmut des Antisemiten - Moniteurs gebrochen ist. Aus Anlaß der Entlassung mehrerer Redakteure der „Kreuzzeitung" war dieser nämlich von dem radikalen Antisemitenblatt ein angeblich von dem deutsch-konservativen Generalsekretär Bruno Schröter angeregter politischer Meinungswechsel in verletzender Weise vorgeworfen worden. Rach einer scharfen Entgegnung der Deutschkonservativen, die der Drohung gleichkam, zwischen sich und dem Organ der radikalen