Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 3 (März 1913)
- Article
- [Ohne Titel] / A. Li-.
- Date
- 1913-03-01
- Page
- 139 (sequence 9)
- Language
- German
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Briefkasten. 139 c ijtaltcte Versammlung mitgeteilt: „Beim Betreten des Saales //lebten bie Ankommenden das Schauspiel, daß die Verteiler eines Flugblattes anderer Handlungsgehilfen-Verbände mit yilfe eines Schutzmanns entfernt wurden, während einem Verkäufer antisemitischer Postkarten gestattet wurde, (ine große Anzahl seiner Karten für je 10 Pf. an den Mann ui bringen. Einer der Käufer fühlte sich durch den Inhalt der Karte, über deren die Juden verhöhnenden Bildern ,,DieSonne von Kischinew" strahlt, derart angewidert, daß er sich bei einem Vorstandsmitgliede des D. H. V. darüber beklagte, daß nicht auch dieser Verteiler polizeilich entfernt werde. Er erhielt aber die Antwort: „Ich wollte den Mann schon hinauswerfen, aber der arme Teufel Lut mir leid." Der Verkäufer der antisemitischen Postkarten durfte seinen schmutzigen Handel weiter fortsetzen." — Dabei bestreitet der Verband seinen antisemitischen Charakter! — Ferner wird uns berichtet, daß einem Mitaliede des Deutschnationalen Handlungsaehilfen-Verb an des eröffnet wurde, der Verband bezahle nur den Anwalt, den er selbst wähle, und dann dürfe das Verbandsmitglied auch keinen jüdischen A n w a l t wählen. Auch diese Erklärung beweist die von dem Verband so häufig bestrittene rein antisemitische Tendenz dieser Handlungsgehilfenvereinigung. — Die Ortsgruppe E s s e n beklagt das Hinscheiden eines eifrigen Vorstandsmitgliedes, des Herrn Sanitätsrats vr. Gottschalk, der dem Vereine in dankenswerter Weise eine ansehnliche Anzahl neuer Mitglieder aus Essen und Köln zugesührt hat. Der Dahingeschiedene hat als Arzt den Krieg von 1870 mitgemacht, ist damals verwundet worden und hat sich in Essen so gemeinnützig betätigt, daß der Magistrat der Stadt an der Bahre des Heimgegangenen einen Lorbeerkranz niederlegen ließ. — Im Februar verstarb in Hannover am Herzschläge plötzlich Herr L a n d g e r i ch ts r a t Hugo Kassel, ein treuer Mitarbeiter unseres Vereins, der als einer der Ersten freudig der Aufforderung nachkam, in den Vorstand der neubegründeten Ortsgruppe Hannover einzutreten und seitdem zu seinen eifrigsten Mitgliedern zählte. Wir beklagen den Heimgang eines aufrechten Juden und eines Menschen von seltener Liebenswürdigkeit und Herzensgüte. Wir werden seiner stets ein ehrendes und liebevolles Gedenken bewahren. A. Li—. * Briefkasten. P. M.) Berlin. Der vor kurzem in Stettin ins Leben gerufene Ernst-Mo ritz-Arndt-Bund ist ein antisemitisches Gebilde. Auf der Rückseite seines Aufrufs sind als Bundes-