Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1913)
- Article
- E. B., Berlin
- Date
- 1913-02-01
- Page
- 91 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten. 9* die alle von der Alliance israelite unterhalten und dirigiert werden", damit aus der Welt geschafft werden können. Wenn er sein Geschreibsel mit den Worten schließt: „8ax>ienti Lat," — so hat er recht! B. M., Berlin. Außer Ihnen haben auch andere Mitglieder unseres Vereins daran Anstoß genommen, daß in der Reklamebroschüre der Maltzyn-Kur, eine Heilmittelgeschichte in 7 karren von Toni Ruth und Jenny Vruy, erschienen im Verläge der Diamalt A.°G. in München, in der 3. und 4. Kur jüdische Typen in Wort und Bild lächerlich gemacht wurden. Wir haben dies dem Verlag mitgeteilt, der sein lebhaftes Bedauern darüber ausgedrückt hat, daß in jüdischen Kreisen an der Reklamebroschüre Anstoß genommen worden sei. Er habe seinerzeit das Manuskript fix und fertig angeboten erhalten und erworben, ohne auch nur auf den Gedanken zu kommen, daß die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens an dem Inhalte Anstoß nehmen könnten. Es sei sofort veranlaßt worden, den Rest der Broschüre zu vernichten, so daß damit die Angelegenheit aus der Welt geschafft wäre. LN. F., Berlin. Wie wir ans zuverlässiger Quelle erfahren, hat sich an dem Charakter des Residenz-Hotels in Karlsbad und seines Besitzers nichts geändert. Das Hotel muß auch heute noch als antisemitisch bezeichnet werden. LN. K.f Magdeburg. Milchpanschereien und Rah» rungsmittelfälschung verurteilen wir, gleichgültig, ob der Panscher Jude oder Christ ist, und ob, wie im vorliegenden Falte, die zahlreichen jüdischen Besucher Harzburgs mit davon betroffen sind. p. Eisenach. Daß J)r. Heinrich Pudor auf seine dreisten Beschwerden bei der Direktion der Kaiserlichen Majolikafabrik (Sabinen überhaupt eine Antwort und noch dazu eine so höfliche erhielt, hat vielfach befremdet. Herr Geheimrat v. Etzdorfs hat sich leider ihm gegenüber zu einer Rechtfertigung herbeigelassen, die einer Entschuldigung nur zu ähnlich sieht, indem sie konstatierte, daß die Kaiserliche Majolikafabrik in Cadinen ihre Vertretung einem jüdischen Warenhause nicht übertragen habe. Das mußte denn auch den Mut des Vaterlandvertreters Pudor wesentlich erhöhen, der daraus die Kühnheit hatte, dem Kaiser eine Vorlesung darüber zu halten; w i e er die Zufriedenheit der Antisemiten sich erv-erben könne, nämlich dadurch, daß er die Vertretung der Baumajoliken der Herrschaft Cadinen künftig der Firma Kettenbeil in Eisenach übertrage. Da Dr. Pudor bei der letzten Reichstagswahl in Eisenach als Redakteur deL konservativ-antisemitischen Wahlblattes figurierte, kann man sich das Uebrige denken.