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Im deutschen Reich · 1913-02-01 · Heft 2 (Februar 1913) · p. 75

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 2 (Februar 1913)
Article
Berlin
Date
1913-02-01
Page
75 (sequence 2)
Language
German
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Korrcsporrdenzen. 75 dazu noch alles, was du un!er das Bäumlein legen willst, oder wenn der Handwerker mit dem kleinen Lädche.r dich ins Warenhaus laufen sieht. An den christlichen Hochfesten sollen auch die christlichen Geschäftsleute die christliche Liebe besonders zu fühlen bekommen." Die „Leipziger Volkszeitung" macht aber darauf aufmerksam, daß diesem Kalender eine Iuseraten-Abteilung beigefügt ist, worin gegen hohe Einrückungsgebühren auch etliche Juden und Aarenhäuser die Artikel an preisen dürfen, vor dc/en Ankauf in der genannten Anleitung die Christen gewarnt werden? — Non o’let! — Der Oberpräsident der Provinz Posen, DDr. Schwartzkopff, hat der jüdischen Gemeinde in Pinne zum Ambau ihrer baufällig gewordenen Synagoge eine Beihilfe von 5000 Mark gewahrt. — Wie seit Jahrzehnten, veranstaltet auch in diesem Jahre die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums eine Reihe von Vorlesungen zum Besten ihres Stipendienfonds. Wiederum weist die Liste der Vortragenden hervorragende Namen auf. Am 27. Januar sprach Oberrabbiner Dr. Immanuel Löw, Szegedin, über „Agadische Miszellen", am 3. Februar spricht Rabbiner 1)r. Jacob, Dortmund, über „Das Gesetz Moses", am 10. Februar Dr. Alphons Sußnitzki über „Die Dömnes (die Nachkommen Sabbatai Zewis) in ihrer sozialen, wirtschaftlichen und politischen Stellung in der gegenwärtigen Türkei", am 17. Februar Direktor Frauberger, Düsseldorf, über „Jüdisches Z^unstgewerbe", am 3. Marz Stadtverordneter Redakteur I)r. jur. Levy über „Aus alter Zeit", am 10. Marz Chefredakteur I. Landau über „Chamberlain, Goethe und die Juden". Die Vorlesungen finden in der Aula der Lehranstalt, Artilleriestr. 14, Montags, abends 8 Ahr, statt. — Der bereits in München vor längerer Zeit zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilte Ka r l R o l f, der dann in Berlin bei einer antisemitischen Organisation, der sogenannten Deutschen Kanzlei, unter dem Namen Lecek Anstellung gefunden und in dieser Stellung sich großer Betrügereien schuldig gemacht hat, ist in England verhaftet und kürzlich über Hamburg nach Berlin transportiert worden. Neuruxxrn, 11. Januar. Die „Neu-Ruppiner Zeitung" berichtet: „D r e i O f f i z i e r e n unseres Regiments hat ein judenfeindliche'k Ausruf in einer hiesigen Konditorei unangenehme Stunden bereitet. Am Anfang der Woche saßen sie abends dort zusammen, als ein Mitbürger jüdischen Glaubens, der mit seiner Frau ein häufiger Gast der Konditorei ist, sich erhob, um zu zahlen. Noch die Tür in der Hand haltend, hörte er laut und deutlich von dem Tische her, wo die Offiziere saßen, den Ruf: „Inden raus?" Der also Beleidigte kehrte um, und er-

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