Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1913)
- Article
- D. K., Berlin
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 41 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten. 41 „Deutschen und Juden" als „Unverschämtheit" zu bezeichnen. Dieser Ausfall gegen die ihr sonst wegen der Pogromförderung so sympathischen Gesinnungsgenossin entbehrt nicht des Humors. Vielleicht überzeugt sich das deutsche Antisemitenblatt auch noch davon, daß bei der „Nowoja Wremja" und ihren Hintermännern nicht die Juden den Deutschenhaß hervorgerufen haben, sondern daß letzterer eine der tzauptursachen der antisemitischen Bewegung in Rußland ist. . * O. S., Berlin. Auf welche Leser die Redaktion des Antisemiten-Moniteurs rechnet, zeigt nachstehende Briefkasten-Notiz in der „Staatsbürger-Zeitung" vom 5. Dezember: „Frau v. L. in K. Was das Wort „Nobiling" bedeute, das Ihnen in einer Völkischen Schrift begegnete? — Nach dem Zusammenhang kann nicht der jüdische Attentäter gleichen Namens gemeint sein, der in den 70er Jahren den greisen deutschen Kaiser erschießen wollte. Wir Völkischen benennen vielmehr mit Nobiling (vom lateinischen nodili?, „der Kenntliche, Hervorragende") einen jeden Juden, gleichviel welcher „Konfession", der, wegen seines Geldes und der damit verbundenen fremden Verdienste „hervorragend kenntlich", die Nobilitierung erhielt." — Bekanntlich gehörte der Attentäter Nobiling weder dem Bekenntnis noch der Abstammung nach dem Judentum, sondern einer vornehmen christlichen Familie an, deren Glieder nachträglich die Erlaubnis erhielten, den von ihm geschändeten Namen ahzukegen. Seine Mutter war in zweiter Ehe mit einem adligen höheren Offizier verheiratet. Nächstens wird vielleicht das Äntisemitenblatt auch den Kolporteur antisemitischer Schriften, Hödel, zum „jüdischen Attentäter" stempeln! * O. S., Magdeburg. Das dortige Antisemitenblatt „S a ch s e n s ch a u" spricht nur offen aus, was viele andere über die geringen Erfolge der Wahlagitation der Rechtsparteien in Berlin denken. Die „Sachsenschau" sagt in ihrer drastischen Weise: „Wir erhalten von dem Herumtoben der versprengten Splitter der Berliner Bewegung immer den Eindruck, als ob einige Brummer in einer Käseglocke umhersummen und sich am Glase den Kopf einrennen. Die ganze Agitation wirkt schon mehr ulkig. Gerade in Berlin haben zu viele berüchtigte Existenzen und faule Jungen die Bewegung diskreditiert." * R. M., Rostock. Die in der „Mecklenburger Warte" enthaltenen Bemerkungen bezüglich des angeblich geübten unverhüllten Boykotts berühren uns wenig. Die betreffenden