Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1913)
- Article
- [Ohne Titel] / Horwitz
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 22 (sequence 1)
- Language
- German
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22 Im deutschen Reich. Vereinsnachrichten. Die Mitglieder des Eentralvereins bitten wir, uns im neuen Kalenderjahre die alte Treue zu bewahren und für den Beitritt neuer Mitglieder bemüht, zu sein. Wer das 18. Lebensjahr überschritten hat, gleichviel, ob Mann oder Frau, kann Mitglied unseres Vereins werden. Veranlaßt Eure Ehefrauen, Eure Söhne und Töchter, sich uns als Mitglieder anzuschlietzen. Vergeht nicht, dah die Früchte unseres Kampfes der kommenden Generation zufallen werden. Der Vorstand des Eentralvereins deutscherStaatsbürger jüdischen Glaubens. vr. Horwitz. * — Den Vorständen der Ländesausschüsse und Ortsgruppen wird hierdurch mitgeteilt, daß für die Hauptversammlung 1913 Sonntag, der 30. März, in Aussicht genommen ist. * 53 Ltattorvitz, 25. November. Im Anschluß an die Landesverbandsversammlung des Eentralvereins ist am 20. November in Kattowitz eine von über 1000 Personen besuchte öffentliche Versammlung unter Leitung des Herrn Sanitätsrats Or. Glogauer-Kattowiiz abgehalten worden, in der Herr Geheimer Iustizrat Or. E u g e n F u ch s', der stellvertretende Vorsitzende des Centralvereins, einen Portrag über „Die Zukunft der Juden" hielt. Der Redner beschäftigte sich zunächst mit dem bekannten Buche S o m b a r t s und dessen Gcdankengängen, die er eingehend widerlegte, wobei er betonte, daß sie auf den ersten Blick glänzend und eigenartig, aber bei Entkleidung von dem Aankenwerke sich nur als neue Nuancen, einer alten Methode erweisen. Mit Sombart, dem Christen, begegne sich in einzelnen Punkten unser Glaubensgenosse Moritz Gold st ein in einem im Märzheft erschienenen Artikel „Deutsch-jüdischer Parnaß". Goldstein habe das Thema „Der Jude in der deutschen Literatur" behandelt und dabei geäußert, daß man nur bei nationalen Juden den Takt und das Verständnis voraussetzen dürfe, die zu einer Verständigung über ein so peinliches Thema notwendig seien. Es habe nach dem Fall der Ghettoschranken den Anschein gewonnen, als solle das deutsche Kulturleben in jüdische Hände übergehen. Dagegen hätten die Christen sich zu wehren gesucht, und sie sprächen uns nun die Berechtigung und die Fähigkeit ab, den geistigen Besitz des Volkes zu verwalten.