Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1913)
- Article
- Die rheinisch-westfälische Tagung 1912
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 6 (sequence 1)
- Language
- German
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6 Im deutschen Reich. Die rheinisch-westfälische Tagung 1912. In besonders großem Amfange wurde im November 1912 die rheinisch-westfälische Tagung abgehalten. Nicht weniger als 20 Versammlungen fanden statt, und zwar in Herford i. W., Elberfeld» Siegburg, Saarbrücken, Duisburg, Gelsenkirchcn, Düsseldorf, Herne, Münster, M.-Gladbach, Mayen, Barmen, Solingen, Wanne-Eickel, Hagen i. W., Essen, Velbert, Wesel, Hamm i. W., Dortmund. Im getreuen Interesse für die Sache waren die leitenden Männer des Landesverbandes für Rheinland und Westfalen die Herren Rechtsanwälte Abel-Essen, Dr. Hcrzfeld-Essen und Dr. David-Bochum für unsere Bestrebungen tätig. Sie ließen es sich nicht nehmen, fast täglich in die Umgebung zu reisen, um dort für die Ideen des Centralvereins zu wirken. In einer größeren Reihe von Städten lieh ihnen der Syndikus Rechtsanwalt Dr. Holländer seine bewahrte Unterstützung. Als ganz besonders erfreulich ist es.zu bezeichnen, daß sich ein neuer Kreis geschulter Kräfte unserer Sache zur Verfügung gestellt hat. So sprach zum erstenmal im Gebiete des Landesverbandes Rechtsanwalt Dr. Kehr-Kaiserslautern in Saarbrücken mit dem bei ihm gewohnten Erfolg. Die Berichte, die von dort eingegangen sind, stellen die Begeisterung und Freude fest, die durch die Rede des Herrn Dr. Kehr ausgelöst wurde. Unser altbewährter Freund Herr Rabbiner Dr. Neumark-Duisburg sprach in der Gelsenkirchener Gruppe mit gewohntem Beifall. Dortmund wurde durch den bekannten Statistiker der Juden Dr. Segall mit einem Vortrage erfreut. Er behandelte sein eigenstes Gebiet „Die wirtschaftliche Lage der deutschen Juden", während Oberingenieur Iacobowics aus Essen in packenden Ausführungen über „Judentum und Deutschtum" vortrug. In Barmen trat Rechtsanwalt Dr. Karl Kahn-Köln in die Reihe unserer aktiv mitarbeitenden Freunde ein und erntete mit seinem Vortrag „Zeitbilder zur Iudenfrage" großen Erfolg. — Wir möchten sehr wünschen, daß wir von den neuen Rednern auch in Zukunft unterstützt werden. Unsere Ausgaben das auf ärztlichem und tierärztlichem Gebiete sicher nicht sachverständig genug ist, zu entscheiden, welche Tötungsart der Tiere die am wenigsten grausame ist. Der teilweise sinnentstellend publizierte Bescyluy des Septemvcr- Klongresses ist unter allen Umständen anfechtbar. Den leitenden Damen des Kongresses wollen wir glauben, daß ihnen jeder antisemitische Hintergedanke gefehlt hat. Sie wissen nicht, was wir »aus Erfahrung kennen, daß die Antisemiten es meisterhaft verstehen, derartige Kuckuckseier in andere Nester zu legen, ohne daß es die Nestinhaber merken. So müssen sie eben* darauf aufmerksam gemacht werden und sich davon überzeugen, daß mit Eingriffen auf religiöse Vorschriften die Sache des Frauenstimmrechts nicht gefördert, sorrdern nur geschädigt wird.