Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1912-12-01 · Heft 12 (Dezember 1912) · p. 563

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 12 (Dezember 1912)
Article
Dresden
Date
1912-12-01
Page
563 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2316602-2316817-2316828--23112-2346712
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Korrespondenzen. 563 quälerei. Stadtverordneter N iedensühr beantragte, die Zahl der zu schachtenden Tiere auf 6 Rinder, 17 Kälber und 4 Schafe in der Woche sestzusetzen. Hierauf bemerkte der Stadtverordnete Rechtsanwalt Johannes Lehmann, die Kenntlichmachung der Laden könne nur gefordert werden, wenn das Fleisch geschachteter Tiere minderwertig sei. Das sei aber nicht der Fall. Deshalb habe der Rat rein Recht, eine solche Vorschrift zu erlassen. Die israelitische Religionsgemeinde empfinde den. Erlaß der Vorschrift als eine Rnfreundlichkeit. Zahlreiche deutsche Professoren, Tierärzte und Schlachthofdirektoren haben bestritten, daß das Schächten eine Tierquälerei sei. Die vom Rate vorgelegte Verordnung wolle das Schächten einschränken oder unmöglich machen. Man wolle das Schächten auf Amwegen bekämpfen, das von der Regierung in toleranter Weise gestattet worden sei. Das Schächten dürfe aber im Interesse der strenggläubigen Juden nicht erschwert werden. Von sozialdemokratischer Seite wurde erklärt, daß man gegen das Schächten wäre, wenn es sich um eine Tierquälerei handle, was aber nach den wissenschaftlichen Gutachten nicht der Fall sei. Das Ausschußgutachten wurde nach längerer Debatte angenommen, das M i n d e r h e i t s g u t a ch t e n jedoch mit 36 gegen 34 Stimmen a b g e l e h n t. P Chemnitz, 6. Rovember. Bei den Wahlen zur Angestellten-Versicherung ist die Liste des Deutsch nationalen H a n d l u n g s g e h i l f e n v e r b a n d e s, die nur 988 Stimmen erhielt, weit hinter derjenigen der „Freien Vereinigung^ zurückgeblieben, die 1339 Stimmen erzielte, die höchste Zahl von den insgesamt abgegebenen 4300 Stimmen. w' Fürth, den 2. November. Die hiesige Israelitische Realschule feierte am 27. Oktober das Fest ihres 50jährigen Bestehens. Zu dem Festakte erschienen Vertreter des Kultusministeriums, der Regierung von Mittelfranken, der städtischen Kollegien, der Kultusgemeinde, der staatlichen und städtischen Schulen, der protestantischen und katholischen Geistlichkeit u. a. m. Nach der Begrüßungsrede des Vorsitzenden des Kuratoriums Iustizrats W e i ß k o p f hielt Direktor F e i l ch e n f e l d die Festrede. Den Anfang wie den Schluß der würdig verlaufeneit Feier bildeten Schüler-Chöre. Die Jubiläumsfeier legte von dem hohen Ansehen Zeugnis ab, dessen sich die israelitische Realschule in Fürth erfreut. Die Anerkennungen, die ihr bei dieser Gelegenheit zuteil wurden, werden sie dazu aneifern, auch ferner wie bisher die ihr anvertraute Fugend zu treuen Juden und guten Staatsbürgern heranzubilden. X präg, 10. November. Unter der Neberschrift: „D e r e r st e j ü d i s ch e Stabs o f f i z i e r i m b u l g a r i s ch e n

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.