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Im deutschen Reich · 1912-11-01 · Heft 11 (November 1912) · p. 407

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 11 (November 1912)
Article
Frankfurt am Main
Date
1912-11-01
Page
407 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 407 mit hohem (Etat, die sich heute mit einem Oberstabsarzt begnügen müssen, und Standorte mit drei verschiedenen Waffengattungen haben nicht mehr als zwei Aerzte, die zugleich noch den Lazarettdienst oder den Dienst bei einem Bezirkskommando zu versehen haben. Oberstabs- und Stabsärzte, eigentlich schon -mehr für das sanitäre Verwaltungswesen der Truppe bestimmt, müssen den täglichen Revierdienst ausüben. Da sich sehr wenige darin teilen und, zumal in großen Standorten, die Kasernen räumlich, weit getrennt sind, erleidet dieser dadurch eine für den Kranken wie für die Truppe gleich peinliche Verzögerung. Mit ihrer Arbeitsteilung und dem dadurch gesteigerten Bedarf an Stationsärzten stellen ferner die Garnisonlazarette große Anforderungen an die Sanitätsoffiziere der Truppe; vollends die wachhabenden Aerzte sind kaum aufzubringen. Eine weitere Anzahl nimmt mit Beginn des Frühjahrs das Musterungs- und Aushebungsgeschäft in Anspruch, während im Summer und Herbst wieder zu den Sonderformationen, zu Reserve- und Landwehrregimentern und Abteilungen, Aerzte gestellt werden, müssen. Einen solchen zur Begleitung der Truppen zu größeren Uebungen zuzuziehen, ist heute fast schon zur Unmöglichkeit geworden, und im Manöver mit seinen mannigfaltigen Gefahren von Hitzschlag, Seuchen und Anglücksfällen kommt meist ein einziger Arzt auf kilometerweit auseinanderliegende Ortsunterkünste. In solchen Zuständen aber liegen unverkennbare Gefahren für unser gesamtes Heereswesen einmal unmittelbar, dann aber auch deshalb, weil ihre geringe Anzahl die Militärärzte geradezu zwingt, ihren Dienst rasch und darum weniger eingehend zu erledigen. Eine erhebliche Ursache des Mangels an Militärärzten liegt zweifellos in dem bisher geübten System, einen großen Teil der Mediziner künstlich von der militärärztlichen Laufbahn fernzuhalten, nämlich die jüdischer Konfession. Sie gehören zum Teil dem Sanitätsoffizierskorps des Beurlaubtenstandes an, ihre Brauchbarkeit für die speziell militärischen Bedürfnisse ist also erwiesen und anerkannt. Sie wären sicher bereit, auch hier wie sonst der Oeffentlichkeit und dem Gemeinwohl zu dienen." Frankfurt a. M., 18. Oktober. Die vor kurzem begonnenen Vorbereitungen zur Gründung eines Vereins für Statistik und Demographie der Juden in Frankfurt a. M. — mit den gleichen Zielen wie die bereits in Berlin und München bestehenden Vereine — haben jetzt zu dessen Konstituierung geführt. Ein vorbereitendes Komitee, dem n. a. die Herren Prof. Hülsen und Dt. med. W. Hanauer angehörten, hatte im vorigen Monat eine größere ahl Männer und Frauen aus jüdischen kaufmännischen und gelehrten Kreisen unserer Stadt zu einer Vorbesprechung behufs Beratung der Satzungen und

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