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Im deutschen Reich · 1912-11-01 · Heft 11 (November 1912) · p. 405

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 11 (November 1912)
Article
Posen
Date
1912-11-01
Page
405 (sequence 1)
Language
German
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Korrespondenzen. 4)5 £3 Kosen, 1. Oktober. Der Leiter des hiesigen königlichen Staatsarchivs^ Geheimrat Professor Br. Adolf Warschauer, ist als Direktor des westpreußischen Staatsarchivs nach Danzig versetzt worden .Bei der vor seinem Scheiden aus Posen veranstalteten Abschiedsfeier, an der zahlreiche Vertreter der Behörden und der Bürgerschaft sich beteiligten, wurden die reichen Früchte der in den Jahrzehnten der Posener Amtstätigkeit von dem Scheidenden geleisteten Arbeit u .a. von den Vertretern des Senates und Lehrkörpers der Posener königlichen Akademie, auch von solchen der von Warschauer mitbegründeten Historischen Gesellschaft in hervorragender Weise anerkannt. p Hamburg, 10. Oktober. Nachdem mehrfach erfolglos Klage darüber erhoben wurde, daß nichtevangelische Oberlehrer, speziell solche jüdischen Glaubens von der Hamburger Oberschulbehörde von der Anstellung ausgeschlossen wurden, ist in einer Versammlung des Zentralausschusses Ham burgisch er Bürgervereine nachstehender Antrag von Ed. Levinson und 90 Genossen zur Beratung gelangt: „Der Zentralausschuß ersucht die Oberschulbehörde, bei der Besetzung von Oberlehrerstellen an den höheren Staatsschulen keinerlei konfessionelle Rücksichten walten zu lassen, sondern sowohl katholische als j ü d is ch e Bewerber bei genügender Qualifikation ebenso wie evangelische bei der Anstellung zu-berücksichtigen." Im Verlauf der sehr ausgedehnten Debatte gab Br. v. Reiche folgendes Schreiben des Schulrats Br. Brütt bekannt: „Daß grundsätzlich Israeliten vom hohen Schuldienst ausgeschlossen.sein sollen, ist eine Legende; an einer höheren Staatsschule Hamburgs ist ein jüdischer Oberlehrer etwa 25 Jahre tätig gewesen. Daß. zurzeit kein jüdischer Oberlehrer angestellt ist, erklärt sich ganz einfach. Der Nachwuchs an Oberlehrern rekrutiert sich in ganz überwiegender Mehrzahl aus den Kandidaten, die hier nach bestandener Oberlehrerprüfung das Anleitungs- und Probejahr mit Erfolg abgelegt haben. Zugelassen werden zum Anleitungsjahr, seitdem die Zahl der Kandidaten sich sehr gehoben hat, fast ausschließlich Hamburger; nur wenn gewisse Lehrbefähigungen unter den vorhandenen Kandidaten schwach vertreten sind, oder besonders gute Zeugnisse produziert werden, auch wohl ganz ausnahmsweise Nichthamburger. Ich bitte Sie, diejenigen Herren, die die Oberschulöehörde der grundsätzlichen Fernhaltung von jüdischen Oberlehrern beschuldigen, um eine Antwort auf die Frage zu ersuchen, ob ein Ham bürg ischer Kandidat, geborener Hamburger, jüdischen Glaubens, sich in den letzten zwölf Jahren um die Zulassung zum Anleitungsjahr beworben hat. Sie werden nur einen einzigen geborenen Hamburger namhaft machen können, und dieser hat den praktischen Vor-

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