Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 11 (November 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1912-11-01
- Page
- 397 (sequence 3)
- Language
- German
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Umschau. 397 anwalts Claß: „wir hoffen, daß das nächste Mal unsere Regierung die Herausforderung annehmen und England gegenüber ausnützen wird", sondern auch die in der Erfurter Versammlung bejubelte Aufforderung des Professors Schemann, der Frymannschen Schrift „Wenn ich der Kaiser war" die weiteste Verbreitung zu verschaffen. Daß der antisemitische Mitarbeiter der „Deutschen Tageszeitung" .und der „Staatsbürger-Zeitung", Ph. Staufs, beständig in dieselbe Kerbe haut und den Krieg verherrlicht, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Weit bedeutsamer aber ist die Abenteuerlust der „vornehm-antisemitischen" Kreise, die sich durch ihren Haß gegen das mobile Kapital zur Begeiferung der Regierungspolitik verleiten lassen und selbst nicht davor zurückschrecken, das Monarchentum zu schädigen, indem sie es der übermäßigen Verherrlichung des Geldes und der fortschreitenden Anpassung an amerikanische Lebensideen und Menschenwertungen beschuldigen. In dem Oktober-Heft der von Freiherrn von Grotthuß herausgegebenen Monatsschrift „Der Tuxmex“ §at Professor Dr. Ed. Heyck in dieser Weise das Thema „Monarchen und Geldmagnaten" behandelt und erklärt: „Ans ist es nicht gleichgültig, was aus dem monarchischen Staatsgefüge wird und wen man in absehbarer Zukunft an der Spitze finden wird, geschichtliche Fürsten oder despotische Finanzhäupter, die es vielleicht gar nicht angestrebt haben, aber die von ihren gigantischen Geschäftsinteressen schließlich gezwungen werden, den Staat nur auch gleich direkt mitzubeherrschen." Herr Wilhelm Schwaner in Schlachtensee führt im „Volkserzieher" eine noch'deutlichere Sprache gegen die Begünstigung einer Anhäufung des Profitkapitals und sagt dabei: „Das deutsche Reich häuft Schulden auf Schulden, ohne daß seine regierenden Herren daran denken, daß das doch nicht bis in die Unendlichkeit so weiter gehen kann, ohne Rücksicht darauf, daß böse Beispiele nach unten doppelt und dreifach und zehnfach verheerend wirken müssen. Wir müssen einen Ring bilden um alles, was Germanen heißt. KB. Die Engländer sind so wenig Germanen wie die Nordamerikaner und die Juden. Sie selber fühlen sichdurchaus nicht als solche, wie ihre bundesmörderischen und blutschändenden Bündnisse beweisen." An diese demagogischen Ausführungen schließen sich unverfälschte antisemitische Sätze wie „Die Moral der Auktionshyäne wie der ausländernden Banken ist eine spezifisch-jüdische Angelegenheit! i Und die Geschäfte der Engländer, Franzosen, Russen und Italiener werden auch nur gelenkt von der Hand