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Im deutschen Reich · 1912-10-01 · Heft 10 (Oktober 1912) · p. 477

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 10 (Oktober 1912)
Article
Judentaufen [Rezension]
Date
1912-10-01
Page
477 (sequence 2)
Language
German
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Büch erschau.. 477 Müdere scheint es für ihn nicht zu geben. Oder sind sie ihm nur identisch mit den gewissen Auswüchsen von Berlin TV.? — Die Anschauungen über das vorliegende Thema gehen recht weit auseinander. Noch immer spukt gelegentlich die Meinung, dag christliche Religion die Vorstufe zur „Assimilation" sein müsse. Anderer Meinung ist Richard Dehmel, der zum zweitenmal mit einer jüdischen Frau in glücklicher Ehe lebt, keine Wesensgegensätze anerkennt und die Juden auffordert — gleich ihm — Dissidenten zu werden. Eine ähnliche Aufforderung spricht Fans Heinz Ewers, dem Germanen und Juden vor anderen gleich hervorragende Rassen sind, mit dem allgemeinen Wunsche aus: aus jede'' Kirche auszutreten. Erfreulich ist, daß doch die Stimmen derjenigen sich mehren — von jüdischen Autoren sei hier einmal ganz abgesehen —, die tu der jüdischen Religion auch nicht die Spur eines Hindernisses für deutsches Volkstum sehen. So tritt Heinrich Mann nicht für Aufgehen, sondern für Annäherung und Einwirkung ein. Der Gedanke einer jüdischen Auswanderung entpreßt ihm den Stoßseufzer: „Wenn kein Jude mehr das öffentliche Leben ein wenig geistiger macht, und keine Jüdin die Liebe? Was soll werden!" —Paul Ratorp sagt: „Judentum und Christentum sind, je in ihrem reinsten und letzten Gehalt, miteinander wesenscins; die gesunde Entwicklung beider kann nicht in dem Ausgehen des einen in das andere, sondern nur in gemeinsamer, freier Hinaufbildung zur Religion der Humanität gesehen werden. Eine solche Entwicklung wird durch den Zionismus nicht nur nicht gefördert, sondern hintangehalten." Einige verärgerte Stimmen können wir übergehen. Es gibt Menschen, die 30 Jahre lang eine häßliche Zeitnugsäußerung nicht vergessen können und dafür 690 000 Seelen in Deutschland (oder vielleicht IIP Millionen auf dieser Erdkugel) bestrafen möchten. Die vorliegenden Musterungen sind in ihrer Gesamtheit als Stimmungsbilder interessant. Bei der Redaktion ist eingegangen: Jüdischer: IrrgenöLalenöer 567-5. Jüdischer Volksschristen- Verlag G. m. b. H., Frankfurt a. M. Preis 60 Pfg. Geschichte 6er Juden ln Schönlanke. Von Rabbiner M. L. Bamberger in Schönlanke. Verlag ivon Louis Lamm, Berlin 0. 2. Preis 1,50 M. Erlebtes. Erzählungen für die Jugend und ihre Freunde. Von Lehrer Adolf Rothschild Achim-Bremen. Preis 2 M. Iuö Süß. Ein Schauspiel von Fritz Runge. Verlag von I. Kausfmann, Frankfurt a. M. Preis 2 M.

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