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Im deutschen Reich · 1912-10-01 · Heft 10 (Oktober 1912) · p. 475

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 10 (Oktober 1912)
Article
G. M., Hamburg
Date
1912-10-01
Page
475 (sequence 2)
Language
German
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Bücherschau. 475 Rede folgendeu Diskussion fragte Parteisekretär Jakobs, ob Redner die Juden, die mit den Fremdkörpern ohne Zweifel gemeint gewesen, als Deutsche anerkenne. Wie der Zeuge bekundet, hatte Döring darauf mit „Nein" geantwortet. Ern Zwischenruf, „die Juden sind keine Deutschen", wurde nicht von Döring gemacht, sondern stammt, wie Reichstagsabgeordneter Behrens als Zeuge bekundete, von ihm. Darüber, daß ihnen von Döring das Deutschtum abgesprochen wurde, waren die beiden Angeklagten erregt; der Angeklagte M. R. begab sich zu dem Vorstandstisch und fragte Döring unter Nennung seines Namens: „Bin ich ein Deutscher?" D. gab erst keine Antwort, dann sagte er: „Sie sind ein in Deutschland geborener Jude". M. R. genügte dies nicht; er drang weiter in D. ein, woraus derselbe die Beleidigung zurücknahm. Als R. dies der Versammlung mitteilte, erklärte D., daß er nichts zurücknehme. R. erklärte hierauf das Verhalten D.'s für eine niederträchtige Unverschämtheit. L. R., der zweite Angeklagte, soll bei derselben Gelegenheit D. durch den Zuruf: „Sie sind ein Lump und infamer Bengel" beleidigt haben. L. R. selbst behauptete hingegen, nur gesagt zu haben, „wenn Sie die Beleidigung nicht zurücknehmen, sind Sie ein infamer Bengel". Nach längeren Verhandlungen kam das Gericht zu dem Urteil, daß in den Worten der beiden Angeklagten eine Beleidigung zu erblicken sei, aber auch die Aeußerungen des Klägers schwere Beleidigungen gegen die Angeklagten enthielten. Die beiden Angeklagten wurden der Beleidigung für schuldig erkannt, sind jedoch straffrei, weil ihnen der Schutz des § 199 zugebilligt werden muß, wonach, wenn eine Beleidigung aus der Stelle erwidert wird, der Beleidiger straffrei bleibt." Wie die „Frankfurter Volksstimme" berichtete, hatten in der Verhandlung verschiedene Zeugen bestätigt, daß sich Döring gegen die Juden so aufreizend benommen hatte, daß die Abwehr der Gebr. Rosenthal erklärlich schien. Insbesondere habe der Herr Bierbrauereibesitzer Allmenröder erklärt, er würde an Stelle des Herrn Hermann Rosenthal Backenstreiche gegeben haben. Die „Frankfurter Volksstimme" bemerkte hierzu, „die klagenden „Hepphepp-Männer" haben sich vergebens angestrengt". * Bücherschau. Bertholö Auerbach, Ausgervählte werke. Drei Bände in Ganzleinen. Verlag von Paul Oestergaard G. m. b. H„ Berlin W. 57. Preis 3,50 M.

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