Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1912)
- Article
- R. T., Leipzig
- Date
- 1912-10-01
- Page
- 474 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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474 Im deutschen Reich. erscheinen können, und mehrfach hat der Verein infolge des römischen Formalrechts, dessen wir uns erfreuen, eine Verurteilung dieses treuen Kämpfers für unser Volkstum erreicht. So wird durch formalrechtliche Verurteilungen allzu häufig der Eindruck der Feststellung verwischt: bag die Gleichberechtigung der sogenannten jüdischen Religion in Deutschland eine Schmach ist, weil diese Religion geradezu unglaubliche Lehren birgt und außerdem nicht nur Seelenbefriedigung bieten will, wie die christliche, sondern zugleich tägliches Leben, Verfassung, Recht und Gesetz in sich schließt." Indem die „Tägliche Rundschau" die beschimpfende Aeußerung wörtlich wiedergibt, daß die Gleichberechtigung „der sogenannten jüdischen Religion" in Deutschland eine Schmach ist, macht sie sich zum Mitschuldigen der Radikalantisemiten Fritsch und Staufs und stellt sich auf' das Kulturniveau der „Staatsbürger-Zeitung" und der „Deutschen Hochwacht". Der dadurch angerichtete Schaden ist weit größer als der, den die sogenannte radikal-antisemitische Presse der deutschen Kultur zufügt, weil ihr Leserkreis, soweit dies uns bekannt ist, bisher für diese geistige Speise kaum empfänglich war. Böse Gesellschaft verdirbt gute Sitten! iYL <£., Frankfurt a. Main. Die uns von Ihnen eingesandte Notiz des „Badischen Beobachters", wonach ein Teil der italienischen Presse dagegen protestiert haben sollte, daß zum Gouverneur von Rhodos der frühere Generalkonsul von Saloniki, ein Jude, ausersehen sei, hat uns veranlaßt, in Italien an zuverlässiger Stelle genaue Erkundigungen einzuziehen. Es hat sich ergeben, daß diese „Mailänder Notiz" des „Badischen Beobachters" völlig aus der Luft gegriffen ist. Der antisemitisch angehauchte Teil der Zentrumsblätter unterscheidet sich in dieser Beziehung wenig von der radikal-antisemitischen Presse; die betreffenden Redaktionen scheinen auf die Wahrheitsliebe ihrer Berichterstatter wenig Gewicht zu legen, wenn es sich um jüdische Angelegenheiten handelt. G. Bamlmrg. lieber die von R. Döring in Hamburg gegen die Kaufleute M. und L. R o s e n t h a l in Wetzlar angestrengte Beleidigungsklage, die ihren Ursprung in dem letzten Reichstagswahlkamps hatte, ist seinerzeit in dem Kreisblatt „Wetzlarer Anzeiger" berichtet worden: „Der Kläger, R. Döring, Vor st and des deutsch-nationalen Handlungsgehilsenverbandes aus Hamburg, hatte in einer christlich-sozialen Versammlung am 18. Dezember 1911 u. a. davon gesprochen, daß im deutschen Volke sich Fremdkörper befinden, und mit der Aufforderung geschlossen, daß alle Teile des deutschen Volkes zusammenstehen müßten. In der auf die