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Im deutschen Reich · 1912-09-01 · Heft 9 (September 1912) · p. 431

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 9 (September 1912)
Article
O. P., Berlin
Date
1912-09-01
Page
431 (sequence 2)
Language
German
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Briefkasten. 431 nicht wußten, Laß er noch lebt. Bei der Feier in Innsbruck pries der Festredner den ehemaligen Parlamentarier Schönerer als Len Schöpfer der alldeutschen Bewegung in Oesterreich, Len Vertreter des Rassegedankens, Len Förderer des Bismarck- Kultus und der „Los von Rom"«Bewegung und Kämpfer gegen die slawisierenden Regierungen in Oesterreich. In nichtantisemitischen Kreisen wird man Schönerer als einen der „Alldeutschen^ ansehen, die durch ihren verbissenen Antisemitismus die Deutschen in Oesterreich zersplittert und durch, ihre Verblendung wider Willen die „Macht der slawisierenden Regierungen" gekräftigt haben. In den Ostmarken nimmt die Scholle, die dem deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens verleidet wird, der Pole ein, in Böhmen und Mähren das Besitztum, das der in Sprache und Kultur zum Deutschtum haltende Jude verläßt — der Tscheche. Das nennen die Antisemiten: „Deutschnationales Wirken!" £. G., ^ambuxg. Es grenzt an das Unglaubliche, mit welchen Märchen die Antisemitenblätter ihre Spalten füllen und mit welchem leichtgläubigen Lesepublikum sie rechnen zu können glauben. Das Menschenmöglichste haben darin die „Deutsch-Sozialen Blätter" in einer am 29. Juni veröffentlichten Notiz geleistet, in der sie folgenden Unsinn zum Besten gaben: „Juda versucht einzig und allein durch Kauf und Bestechung oder durch Untergrabung der wirtschaftlichen Existenz seine Gegner zum Schweigen zu bringen. Die ganze Vergangenheit wird durchwühlt) die Gräber seiner verstorbenen Verwandten werden aufgerissen, nur zu dem einen Zweck, den deutschvölkischen Gegner dermaßen zu verschandeln, daß er schließlich, angeekelt von. der unbeschreiblich niederträchtigen Gemeinheit der Juden und ihrer Zuhälter, den Kampf aufgibt. S o hat sich Juda jetzt an zuständiger Stelle erkundigt, ob gegen den Schriftleiter der Deutsch-S oziacken Blätter nichts vorliege; es hat sich weiter erkundigt, ob ihm vielleicht mit Hilfe seiner Ver^- wandten durch Geld beizukommen sei. Wir verzeichnen dies hier, um die Niedrigkeit jüdischer Kampfesweise gebührend zu kennzeichnen." — So lange der Schriftleiter der Deutsch-Sozialen Blätter nicht angibt, an welcher zuständiegen Stelle sich „Juda" erkundigt hat, oder welche Persönlichkeit oder Organisation unter „Juda" zu verstehen ist, wird ihm kein vernünftiger Mensch glauben, daß, von jüdischer Seite irgendein Versuch gemacht worden sei, ihn direkt oder indirekt zu bestechen, oder durch irgendwelche Untergrabung seiner Existenz zum Schweigen zu bringen. Die Herren Antisemiten ersparen den Juden die Mühe und die Kosten, sie pflegen die Grube selbst zu graben, in die sie schließlich hineinfallen, und nehmen zumeist

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