Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1912)
- Article
- Anatole Leroy-Beaulien
- Date
- 1912-07-01
- Page
- 382 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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382 Im deutschen Reich. Tageszeitung" folgende gehässige Notiz: „Bekannt in gewissen Kreisen ist er nur durch seine absprechenden und wenig ver» tieften Aeußerungen gegen den Antisemitismus geworden". Anseres Erachtens ist dies sein ehrenvollster Nachruf. „Was (Luch ihn hassen macht, macht uns ihn wert!" Die richtige Antwort. Anker dieser Aeberschrift stand in Nr. 123 der täglichen Unterhaltungsbeilage zur „Staatsbürger» Zeitung" nachstehendes „Bon mot" Rothschilds: Ein junger Globetrotter erzählte bei einem Diner in Paris viel von der lieblichen Landschaft der Insel Tahiti und von der entzückenden Schönheit der dortigen Frauen. Einer der Barone Rothschild, der anwesend war, stellte die Frage, ob dem jungen Mann auf der Insel weiter nichts aufgefallen sei. Aergerlich über diese Interpellation erwiderte der junge Mann: „O ja! Die Insel hat noch eine große Eigentümlichkeites gibt dort weder Juden noch Schweine!" ))Ach, wirklich?" meinte der Baron, ohne sich im geringsten, aus der Fassung bringen zu lassen, „dann schlage ich vor, wir beide fahren hin, wir können dort sicherlich viel Geld verdienen!" Die Redaktion der „Staatsbürger-Zeitung" scheint gar nicht bemerkt zu haben, daß der Jude Rothschild in dieser Anekdote keineswegs schlecht abschneidet, und daß sie sich ein philosemi» tisches Kuckucksei hat in ihr antisemitisches Nest legen lassen.. * Eingesandt. ßüt öre Veteranen. Zur Säkularfeier der Emanzipation, der preußischen Juden fanden in allen größeren preußischen Gemeinden Festgottesdienste und sonstige Feierlichkeiten statt. Biele schöne Reden und Predigten wurden bei dieser Gelegenheit gehalten; sie gipfelten immer in dem Hinweis auf die mannigfachen Leistungen der Juden für das Gemeinwesen, undzwar nicht nur auf dem Gebiete der Wissenschaften und Künste, sondern auch für den Staat im eigentlichen Sinne. Was sie hier vor allem als Soldaten iw Kriege leisteten, wird den deutschen Juden immer zur besonderen Ehre gereichen. Mit Stolz wiesen auch die Festredner daraus * hin, in welchem Maße die Juden ihre Pflichten als Soldaten im Kriege taten,, wie sie litten und für das gemeinsame Vaterland in den Tod gingen. Haben doch nicht weniger als 4492 jüdische Sol»