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Im deutschen Reich · 1912-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1912) · p. 372

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1912)
Article
O. N., Berlin
Date
1912-07-01
Page
372 (sequence 1)
Language
German
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372 Im deutschen Reich. Briefkasten. O. £L, ^erlitt. Das Gerüchtdaß ein Vorstandsmitglied -des Centralvereins seine Kinder habe taufen lassen, ist selbstverständlich frei erfunden. G. Berlin. Heber das Weimarer historisch-genealogische Taschenbuch des gesamten Adels j e h u d ä i s ch e n Hr - sp run gs, das unter dem Titel „SemigoLh a" erschienen ist,- hat bereits Or. Stephan Kekule v. Stradonitz im „Berl. Lok.-Anz." vom 16. Juni folgendes vernichtende Hrteil gefällt: „Diejenigen Adelsgeschlechter, die tatsächlich jüdischen Stammes sind, könnten sich durch eine solche Veröffentlichung und Zusammenstellung auch nicht beschwert fühlen) wie allein schon die Tatsache beweist, ba% kürzlich eine angesehene jüdische Zeitschrift eine fast vollständige Zusammenstellung der geadelten Geschlechter Großbritanniens veröffentlichte, die jüdisch sind. W o g e g e n i ch a b e r, als Genealoge, den schärfsten Widerspruch e r h eben muß, das ist, daß beweislos, auf bloße Vermutungen, Gerüchte und auf unerwiesenes Gerede hin, unbegründeterweise, von einer größeren Zahl von Adelsgeschlechtern kritiklos und unwissenschaftlich die Behauptung in die Welt geschleudert wird, sie seien jüdischen Hrsprunges. Lin solches Verfahren setzt das Ansehen der Genealogie als Wissenschaft herab. Ein Druckwerk tut mehr als das und ist geradezu verwerflich, wenn, wie aus den „Vorbemerkungen" (42 Seiten) und dem „Prospekt" zum „Semigotha" hervorgeht, die Absicht ist, alle in den Adelsstand gelangten jüdischen oder ursprünglich jüdischen Geschlechter gewissermaßen als den „Abschaum der Menschheit" hinzustellen. Da kann man wirklich nur noch von „Brun neu Vergiftung" sprechen! Die Kritiklosigkeit und H n w i s s e n s ch a f t l i ch k e i t des „Semigotha" ist nun wahrhaft erstaunlich und die rein antis e m i L i s ch e Tendenz des „Hnternehmens" tritt fast auf jeder Seite in der aufdringlichsten Weise zutage! Zum Beweise des ersten Teiles dieser meiner Behauptung hebe ich zunächst nur hervor, daß, nach einer vorläufigen Schätzung von mir, nicht weniger als rund einhundert Geschlechter zu Hnrecht in das Werk hineingelangt sind." Frau L. A., Berlin. Die Angelegenheit kann als erledigt betrachtet werden. Auch die „Berliner Zeitung am Mittag" hatte zwar irr einem Artikel „Alt-Heidelberg, du seine!" eine im Verlauf des Heidelberger Dozentenkonflikts aufgestellte Behauptung erwähnt, der Privatdozent Dr. ArnoldRuge solle gesagt haben: „Die Bewegung der Frauenrechtlerinnen ist das Werk einiger hysterischer Jüdinnen." Die „B. Z. a. M." hat aber

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