Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 4 (April 1912)
- Article
- L. Th., Berlin
- Date
- 1912-04-01
- Page
- 197 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten. 19gestatten, nachdem wir jetzt mehr denn je von Feinden umringt sind. Gegründet soll und muß etwas werden; denn das liegt dem guten Deutschen nun einmal so im Blute. And so will man denn eine neue Zeitschrift gründen, die das Organ, der Mentor dieser zusammengeschlossenen Vereine Groß-Berlins werden soll. Ist das notwendig, ist das auch nur erwünscht? Kein Blatt im ganzen Reiche hat den deutschvölkischen Sammelruf so nachhaltig unterstützt, wie das unsrige, unser Blatt wäre doch als Tageszeitung immer ohne jeden Zeitverlust in der Lage, das Sprachrohr des nationalen „Zweckverbandes" von Groß-Berlin zu sein und so wollen wir denn hoffen und wünschen, daß der berechtigte Sammelruf der Deutschvölkischen nicht in einen schrillen Mißklang austönt." Daß die Staatsbürger-Zeitung für einen „veredelten" Antisemitismus, d. h. doch wohl einen Antisemitismus mit d.em Feigenblatt sich nicht eignet, hat sie wenige Tage später ungeschickterweise selbst deutlich genug bewiesen, indem sie die Behauptung des Tageblattes bestritt, daß, Mendel, Oppenheim, Senator usw. den Ruhm Deutschlands auf medizinischem Gebiete in die Welt getragen hätten; sie fügte hinzu: „Füllte nicht vor nicht zu langer Zeit der wirkliche oder angebliche Provisionsschacher für zugeführte gutzahlende Patienten des einen der obengenannten jüdischen Leuchten so manche Spalte der Zeitungen?" Gemeint ist der verstorbene Professor Senator, gegen den bei Lebzeiten eine Beschuldigung erhoben war, die sich als völlig grundlos erwies, aber von der „ollen ehrlichen Staatsbürger- Zeitung" mit Behagen wiedergekäut wird. Dem Lebenden konnte man nicht beikommen, der Tote kann sich nicht wehren. Das ist antisemitische Tapferkeit und Moral! * Bücherschau. Die Zurücksetzung bcx Juden an den Universitäten Deutschlands. Denkschrift im Aufträge des Verbandes der deutschen Juden, gefertigt von seinem ersten Schriftführer, Iustizrat Bernhard Breslauer-Berlin, 1911. Wer sich bisher mit der Berufsgliederung der deutschen Juden beschäftigte, hat als schweren Mißstand empfunden, daß die amtliche Statistik lediglich die Gesamtzahl der auf dem Gebiete der Bildung, Erziehung und des Unterrichts tätigen Juden und Christen angab, ohne die einzelnen Kategorien der im Volksfchul-, Mittelschul- und Hochschullehreramt tätigen Personen zu unterscheiden. Diese Lücke ist hinsichtlich der Volksschul-