Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 4 (April 1912)
- Article
- Königsberg i. Pr.
- Date
- 1912-04-01
- Page
- 180 (sequence 2)
- Language
- German
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180 Im deutschen Reich. nunmehr auch von nationaljüdischer Seite Front gemacht wird. Die Ausführungen von Mathias Acher in „Der Rummel um Sombart" im MärzhefL von „Ost und West" lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. * Vereinsnachrichten. — Aus Anlaß der hundertsten Wiederkehr des Tages, an dem Friedrich Wilhelm III. dasEmanzipationsedikt für die preußischen Juden unterze ichnet hat, fanden in einer großen Reihe unserer Ortsgruppen Versammlungen statt. Da uns zurzeit noch nicht alle Berichte über diese Veranstaltungen vorliegen, werden wir in der nächsten Rümmer einen zusammenfassenden Bericht über alle diese Feierlichkeiten geben. Für heute sei nur kurz mitgeteilt, daß auch in Berlin der Tag zum Anlaß genommen wurde, um in einem Festkommers auf die Bedeutung des Ereignisses für die preußischen Juden hinzuweisen. Der Festkommers wurde in Krolls Etablissement (Reues Königliches Operntheater) abgehalten und war von etwa 700 Herren und 500 Damen besucht. Da Einladungen an die städtischen und staatlichen Behörden nicht ergangen waren, beteiligten sich lediglich außer den Vereinsmitgliedern die Abgeordneten der größeren Berliner jüdischen Verbände u. a. der Vorstand und die Repräsentantenversammlung der Berliner jüdischen Gemeinde, der Deutsch-Israelitische Gerneindebund, der Verband der deutschen Juden, der Hilfsverein der deutschen Juden, sowie Vertreter der Berliner jüdischen Studentenverbindungen an dem Kommers. Der Kommers wurde geleitet von Herrn Dr. L d nt. Werner, der in seinen Begrüßungsworten vor allem auch der Person unseres Kaisers gedachte. Die Festrede hielt sodann Herr I u st i z r a t Dr. Eugen Fuchs. Er legte die Bedeutung des Emanzipationstages für die preußischen Juden im allgemeinen dar und beleuchtete unter besonderer Bezugnahme auf die Ausführungen Treitfchkes, Eduard von Hartmanns und Sombarts diejenigen Bestrebungen, die immer und immer wieder dazu geführt haben, die Vollverwirklichung der Emanzipation, zu verhindern. Er gab ein weit ausgeführtes Bild über die Psychologie der Emanzipationsidee und ihrer Hemmungen. Scharf geißelte er die noch heute bestehenden Vorurteile, die die Juden von wichtigen Stellen im Staate ausschließen. Sein Appell, treu und stolz für die Erringung voller Gleichberechtigung