Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 3 (März 1912)
- Article
- D. G., Berlin
- Date
- 1912-03-01
- Page
- 155 (sequence 1)
- Language
- German
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VereiusnachrichLem Briefkasten. D. G., Berlin. In einer Anmerkung zu Lessings „Nathan", welche in den von dem Schriftsteller Herrn Felix Holländer redigierten Blättern des Deutschen Theaters erschienen ist, hatte dieser der Auffassung Ausdruck gegeben, daß ein „germanischer" Darsteller wohl besser begabt sei, den Kern Lessingscher Lebensanschauung herauszuschälen. Mit Recht wurde in der Nr. 329 des „Börsen-Couriers" darauf hingewiesen, daß diese Anmerkung dadurch hinfällig sei, daß gerade S o n n e n t h a l, der bekanntlich durch und durch Jude war, den Nathan zur vollendetsten Darstellung gebracht habe. Daß Herr Felix Holländer aus einer jüdischen Familie stammt, ist uns bekannt. Er gehört aber keinesfalls mehr dem Judentum an und ist, wenn nicht getauft, jedenfalls aus dem Judentum ausgetreten und hält sich deshalb für berufen, seinen, früheren Glaubensgenossen die Fähigkeit abzusprechen, „den germanisch e n K e r n" Lessingscher Lebensanschauung herauszuschälen. £. Berlin. Der Artikel der „Staatsbürger-Zeitung" „Friedrich Julius Stahl und die konservative Partei" ist sehr geeignet, Juden, die aus sozialen Gründen mit dem Gedanken umgehen, sich taufen zu lassen, von diesem Vorhaben abzuschrecken. Wenn das der Lohn.ist für die Dienste, die Stahl der konservativen Partei geleistet hat, dann haben die jetzt zum Abfall Reifen sicher nichts Besseres zu erwarten. Die „Staatsbürger-Ztg." wiederholt die bittersten Schmähungen Stahls durch Eugen Dühring und fügt hinzu: „Dühring ist alles andere eher als ein Konservativer. Es wird sicher auch rein konservative Männer, geben, und es gibt sie, wie Zuschriften uns bezeugen, die die Verherrlichung eines Stahl rede Schlesinger sich scheuen mitzumachen und die in ihrem gesunden Volksempfinden mehr Recht haben als die, die durch ein Schlagwort sich vom Juden einsangen ließen. Stahl war eben nichts anderes alsein Blender, er zeigte die markanten Eigenschaften seiner Rasse und so mußte er auch eben wie seine Rassegenossen niederreißend und zerstörend wirken. Durch sein Wort „Autorität, nicht Majorität" hat er unendlich viel dazu beigetragen, den an sich guten konservativen Gedanken dem Volke zu entfremden und die Partei mit Ideen zu erfüllen, die nur zu leicht im Volke Widerstand finden mußten." M. j)., Breslau. Die jüngste Boykottierung des Breslauer Anatomen Carl Haffe durch die dortige Klinikerschaft, ist in der „Franks. Ztg." durch alte Erinnerungen an diesen schon früher mißliebig gewesenen Hochschullehrer illustriert worden. Aus diesen Erinnerungen zitieren wir nur Nachstehendes: „Im poli-